Älter als der Verein
Das Stadion im Lößnitztal am Fuße des Zeller Berges wurde am 27. Mai 1928 als Städtisches Stadion eröffnet und diente zunächst vielen Sportarten. Seine Geschichte ist damit länger als die des Vereins, der heute darin spielt.
In der ersten Nachkriegszeit war die Nutzung stark eingeschränkt: Einheiten der Roten Armee verwendeten die Anlage zur Ausbildung und für Wettkämpfe.
Vier Monate Bauzeit, 1950
Ab 1949 war die SDAG Wismut Trägerbetrieb — der Uranbergbaubetrieb war zu dieser Zeit der größte Arbeitgeber der Region. Weil das alte Stadion den gestiegenen Anforderungen nicht mehr genügte, entstand 1950 an derselben Stelle in nur viermonatiger Bauzeit eine neue Arena.
Eingeweiht wurde das Otto-Grotewohl-Stadion am 20. August 1950 im Beisein des namensgebenden DDR-Ministerpräsidenten, mit einem Freundschaftsspiel gegen Waggonbau Dessau (3:3). Es bot 22.000 Plätze sowie Wettkampfstätten für Leichtathleten, Schwimmer und Ballsportler.
Die Vereinsdarstellung nennt für dieses erste Spiel bis zu 50.000 Zuschauer — mehr als das Doppelte der offiziellen Kapazität. Das Ligaarchiv führt beide Angaben. Ähnliche Differenzen gibt es im Ernst-Abbe-Sportfeld, wo 1962 gegen Atlético Madrid 27.500 Menschen in ein Stadion für 20.000 kamen.
Der Kapazitätsverlauf
- 22.000 nach dem Neubau 1950
- 25.000 ab 1958, als die Anlage Heimstätte des damals erfolgreichen SC Wismut Karl-Marx-Stadt war
- 26.000 beim Flutlichtspiel gegen den 1. FC Magdeburg am 13. Oktober 1989
- 16.350 nach der Modernisierung, davon 6.200 Stehplätze
- 15.500 seit dem Umbau von 2017
Beim jüngsten Umbau wurde die Leichtathletikanlage entfernt und die Ränge dicht an den Spielfeldrand gerückt. Aus dem Mehrzweckstadion von 1928 wurde damit ein reines Fußballstadion.
Vom Volkseigentum zum Erbpachtrecht
Nach 41 Jahren als Eigentum der SDAG Wismut regelte die Treuhandanstalt die Besitzverhältnisse Ende Oktober 1991 neu. Der Landkreis übernahm das Eigentum, das Erbpachtrecht ging Ende der neunziger Jahre auf den FC Erzgebirge Aue über.
Am 26. November 1991 wurde das Otto-Grotewohl-Stadion in Erzgebirgsstadion umbenannt. Zum Spiel gegen den 1. FC Nürnberg kamen nur 4.000 Zuschauer.
Damit ist dies der dritte Fall im Bestand, in dem ein Name der DDR-Zeit nach 1990 verschwand — anders als beim Alfred-Kunze-Sportpark, wo der Wechsel schleichend geschah, wurde hier förmlich umbenannt.
Eine Videowand aus Gelsenkirchen
2004 erhielt das Stadion eine Laufbahn in den Vereinsfarben, eine Rasenheizung und eine Videowand, die zuvor im Parkstadion des FC Schalke 04 stand.
Das ist der zweite verzeichnete Fall dieser Art: Auch das Moselstadion in Trier übernahm Segmente einer ausgemusterten Videowand aus einem Bundesligastadion, dort aus dem Hamburger Volksparkstadion.
Häufige Fragen zum Erzgebirgsstadion
Wie viele Zuschauer fasst das Erzgebirgsstadion?
15.500 seit dem Umbau von 2017. Zuvor waren es 16.350, in der DDR-Zeit bis zu 25.000.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 27. Mai 1928 als Städtisches Stadion im Lößnitztal.
Wie hieß es zu DDR-Zeiten?
Otto-Grotewohl-Stadion, nach dem DDR-Ministerpräsidenten, der 1950 zur Eröffnung persönlich anwesend war. Die Umbenennung in Erzgebirgsstadion erfolgte am 26. November 1991.
Wie lange dauerte der Neubau von 1950?
Vier Monate.
Wer war Eigentümer?
41 Jahre lang die SDAG Wismut, ab 1991 der Landkreis. Das Erbpachtrecht ging Ende der neunziger Jahre an den Verein.
Woher stammt die Videowand?
Aus dem Parkstadion des FC Schalke 04; sie wurde 2004 in Aue aufgestellt.
Ist es noch ein Leichtathletikstadion?
Nein. Beim Umbau bis Ende 2017 wurde die Laufbahn entfernt und die Ränge näher an das Spielfeld gerückt.
Quellen: Erzgebirgsstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04)
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