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Ligen / Regionalliga Südwest / Baden-Württemberg

SV Sandhausen: Elf Jahre Zweitklassigkeit für ein Dorf mit 15.000 Einwohnern

Ebene 4, Regionalliga Südwest

Der SV Sandhausen spielte von 2012 bis 2023 elf Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga und galt dabei als kleinster Profiklub Deutschlands. Das Stadion am Hardtwald wurde dafür in mehreren Stufen ausgebaut.

Illustrierte Tribüne direkt am Kiefernwaldrand, Stadion am Hardtwald in Sandhausen
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Geschichte in Epochen

Gegründet mitten im Krieg

Der SV Sandhausen wurde am 1. August 1916 gegründet, in einer Gemeinde südlich von Heidelberg. Der erste große Erfolg kam 1930/31 mit dem Aufstieg in die Bezirksliga Rhein/Saar, damals eine der höchsten deutschen Spielklassen; dort traf Sandhausen auf den SV Waldhof, den VfR Mannheim und Phönix Ludwigshafen. Nach einem Jahr ging es wieder abwärts.

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs spielte der SV als Teil der Kriegssportgemeinschaft Walldorf-Wiesloch eine Saison in der Gauliga Nordbaden und stieg ohne einen einzigen Punkt wieder ab. Nach dem Krieg etablierte sich der Verein in den Amateurligen, 1956/57 gelang der Aufstieg in die 1. Amateurliga Nordbaden, 1978 die Qualifikation für die neu gegründete Oberliga Baden-Württemberg.

Zwei Pokalgeschichten

1985/86 erreichte Sandhausen das Viertelfinale des DFB-Pokals und unterlag dort vor rund 8.000 Zuschauern im eigenen Stadion Borussia Dortmund mit 1:3. Es blieb die erfolgreichste Pokalsaison der Vereinsgeschichte.

1994 folgte die zweite Geschichte, die bis heute erzählt wird: In der ersten Runde warf der Außenseiter den Bundesligisten VfB Stuttgart hinaus — nach einem Elfmeterschießen, das mit 13:12 endete und als längstes in der Geschichte des Wettbewerbs gilt.

Elf Jahre unter den Profis

2011/12 gewann Sandhausen unter Trainer Gerd Dais die 3. Liga und stieg auf. Es folgten elf Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga, von 2012/13 bis 2022/23. Für eine Gemeinde dieser Größe ist das ungewöhnlich; Sandhausen galt in dieser Zeit als kleinster Profiklub Deutschlands.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga Südwest. Die Oberliga- und Amateurligajahre werden nachgetragen.

1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga20092026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 6. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für SV Sandhausen seit 1947 11 Saisons auf Ebene 2, 5 Saisons auf Ebene 3, 2 Saisons auf Ebene 4 erfasst. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der Regionalliga Südwest geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaEbenePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Südwest4laufend
2025/26Regionalliga Südwest48
2024/253. Liga319
2023/243. Liga38
2022/232. Bundesliga218
2021/222. Bundesliga214
2020/212. Bundesliga215
2019/202. Bundesliga210
2018/192. Bundesliga215
2017/182. Bundesliga211
2016/172. Bundesliga210
2015/162. Bundesliga213
2014/152. Bundesliga212
2013/142. Bundesliga212
2012/132. Bundesliga217
2011/123. Liga31
2010/113. Liga312
2009/103. Liga314

Für 1 von 18 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Stadion am Hardtwald

Das Stadion liegt am südlichen Ortsausgang direkt am Rand der Schwetzinger Hardt und gehört dem Verein selbst. Eröffnet wurde es 1951, zunächst mit einem Sandplatz; erst zehn Jahre später kam der erste Naturrasen. 1987/88 entstand die überdachte Haupttribüne, die der Anlage zwei Jahrzehnte lang ihr Gesicht gab.

Der Ausbau folgte dem sportlichen Erfolg in Stufen: Zur Saison 2008/09 wurde wegen der Qualifikation für die 3. Liga umgebaut, im Sommer 2012 nach dem Zweitliga-Aufstieg von rund 10.000 auf 12.000 Plätze erweitert und nach dem Klassenerhalt auf die von der DFL geforderten 15.000 Plätze gebracht. Die Angaben schwanken deshalb je nach Stichjahr zwischen 10.231 und 15.414 Plätzen.

Der Name wechselte mehrfach: bis März 2017 Hardtwaldstadion, danach zwei verschiedene Sponsorennamen. Im Hardtwaldstadion fanden mehrere Länderspiele deutscher Jugendnationalmannschaften statt, zuletzt am 8. August 2010 ein 10:0 der U19 gegen Andorra.

Derbys und Rivalitäten

Die badischen und württembergischen Vereine der Regionalliga Südwest sind die regelmäßigen Gegner, darunter die Stuttgarter Kickers und der Bahlinger SC. Aus den Zweitligajahren stammen die Vergleiche mit den größeren Klubs der Region.

Häufige Fragen zum SV Sandhausen

Wann wurde der SV Sandhausen gegründet?

Am 1. August 1916.

Wie lange war Sandhausen in der 2. Bundesliga?

Elf Spielzeiten in Folge, von 2012/13 bis 2022/23.

Was war das längste Elfmeterschießen im DFB-Pokal?

1994 setzte sich Sandhausen in der ersten Runde gegen den VfB Stuttgart mit 13:12 nach Elfmeterschießen durch.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion am Hardtwald?

Die Angaben reichen je nach Ausbaustufe von 10.231 über 12.000 bis 15.414 Plätze. Der Ausbau folgte jeweils den Auflagen der Liga.

Wem gehört das Stadion?

Dem SV Sandhausen selbst.

Wann kam der erste Rasen ins Stadion?

1961, zehn Jahre nach der Eröffnung. Bis dahin war es ein Sandplatz.

Welche Vereinsfarben hat Sandhausen?

Schwarz und Weiß.

Weitere Vereine der Regionalliga Südwest

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Südwest

Quellen: SV Sandhausen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · SV Sandhausen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Hardtwaldstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Stadion am Hardtwald, svs1916.de (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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