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SV SandhausenElf Jahre Zweitklassigkeit für ein Dorf mit 15.000 Einwohnern

4. Liga · Regionalliga Südwest Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Gegründet mitten im Krieg

Der SV Sandhausen wurde am 1. August 1916 gegründet, in einer Gemeinde südlich von Heidelberg. Der erste große Erfolg kam 1930/31 mit dem Aufstieg in die Bezirksliga Rhein/Saar, damals eine der höchsten deutschen Spielklassen; dort traf Sandhausen auf den SV Waldhof, den VfR Mannheim und Phönix Ludwigshafen. Nach einem Jahr ging es wieder abwärts.

In der Endphase des Zweiten Weltkriegs spielte der SV als Teil der Kriegssportgemeinschaft Walldorf-Wiesloch eine Saison in der Gauliga Nordbaden und stieg ohne einen einzigen Punkt wieder ab. Nach dem Krieg etablierte sich der Verein in den Amateurligen, 1956/57 gelang der Aufstieg in die 1. Amateurliga Nordbaden, 1978 die Qualifikation für die neu gegründete Oberliga Baden-Württemberg.

Zwei Pokalgeschichten

1985/86 erreichte Sandhausen das Viertelfinale des DFB-Pokals und unterlag dort vor rund 8.000 Zuschauern im eigenen Stadion Borussia Dortmund mit 1:3. Es blieb die erfolgreichste Pokalsaison der Vereinsgeschichte.

1994 folgte die zweite Geschichte, die bis heute erzählt wird: In der ersten Runde warf der Außenseiter den Bundesligisten VfB Stuttgart hinaus — nach einem Elfmeterschießen, das mit 13:12 endete und als längstes in der Geschichte des Wettbewerbs gilt.

Elf Jahre unter den Profis

2011/12 gewann Sandhausen unter Trainer Gerd Dais die 3. Liga und stieg auf. Es folgten elf Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga, von 2012/13 bis 2022/23. Für eine Gemeinde dieser Größe ist das ungewöhnlich; Sandhausen galt in dieser Zeit als kleinster Profiklub Deutschlands.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga Südwest. Die Oberliga- und Amateurligajahre werden nachgetragen.

1995/962026/27
2026/274. LigaRegionalliga Südwest
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Südwest4. Liga—laufend
2025/26Regionalliga Südwest4. Liga8
2024/253. Liga3. Liga19
2023/243. Liga3. Liga8
2022/232. Bundesliga2. Liga18
2021/222. Bundesliga2. Liga14
2020/212. Bundesliga2. Liga15
2019/202. Bundesliga2. Liga10
2018/192. Bundesliga2. Liga15
2017/182. Bundesliga2. Liga11
2016/172. Bundesliga2. Liga10
2015/162. Bundesliga2. Liga13
2014/152. Bundesliga2. Liga12
2013/142. Bundesliga2. Liga12
2012/132. Bundesliga2. Liga17
2011/123. Liga3. Liga1
2010/113. Liga3. Liga12
2009/103. Liga3. Liga14
2008/093. Liga3. Liga8
2007/08Regionalliga Süd3. Liga5
1995/96Regionalliga Süd3. Liga16

Für 1 von 21 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Stadion am Hardtwald

Das Stadion liegt am südlichen Ortsausgang direkt am Rand der Schwetzinger Hardt und gehört dem Verein selbst. Eröffnet wurde es 1951, zunächst mit einem Sandplatz; erst zehn Jahre später kam der erste Naturrasen. 1987/88 entstand die überdachte Haupttribüne, die der Anlage zwei Jahrzehnte lang ihr Gesicht gab.

Der Ausbau folgte dem sportlichen Erfolg in Stufen: Zur Saison 2008/09 wurde wegen der Qualifikation für die 3. Liga umgebaut, im Sommer 2012 nach dem Zweitliga-Aufstieg von rund 10.000 auf 12.000 Plätze erweitert und nach dem Klassenerhalt auf die von der DFL geforderten 15.000 Plätze gebracht. Die Angaben schwanken deshalb je nach Stichjahr zwischen 10.231 und 15.414 Plätzen.

Der Name wechselte mehrfach: bis März 2017 Hardtwaldstadion, danach zwei verschiedene Sponsorennamen. Im Hardtwaldstadion fanden mehrere Länderspiele deutscher Jugendnationalmannschaften statt, zuletzt am 8. August 2010 ein 10:0 der U19 gegen Andorra.

Derbys und Rivalitäten

Die badischen und württembergischen Vereine der Regionalliga Südwest sind die regelmäßigen Gegner, darunter die Stuttgarter Kickers und der Bahlinger SC. Aus den Zweitligajahren stammen die Vergleiche mit den größeren Klubs der Region.

Häufige Fragen zum SV Sandhausen

Wann wurde der SV Sandhausen gegründet?

Am 1. August 1916.

Wie lange war Sandhausen in der 2. Bundesliga?

Elf Spielzeiten in Folge, von 2012/13 bis 2022/23.

Was war das längste Elfmeterschießen im DFB-Pokal?

1994 setzte sich Sandhausen in der ersten Runde gegen den VfB Stuttgart mit 13:12 nach Elfmeterschießen durch.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion am Hardtwald?

Die Angaben reichen je nach Ausbaustufe von 10.231 über 12.000 bis 15.414 Plätze. Der Ausbau folgte jeweils den Auflagen der Liga.

Wem gehört das Stadion?

Dem SV Sandhausen selbst.

Wann kam der erste Rasen ins Stadion?

1961, zehn Jahre nach der Eröffnung. Bis dahin war es ein Sandplatz.

Welche Vereinsfarben hat Sandhausen?

Schwarz und Weiß.

Weitere Vereine der Regionalliga Südwest

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

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Duelle des Vereins

Quellen: SV Sandhausen bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · SV Sandhausen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Hardtwaldstadion, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Stadion am Hardtwald, svs1916.de (abgerufen 2026-09-04)

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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