Volksparkstadion Hamburg: Neubau im laufenden Betrieb
Das Volksparkstadion wurde 1953 eröffnet, nachdem das Altonaer Stadion zwei Jahre zuvor abgerissen worden war. Der heutige Bau entstand um die Jahrtausendwende an derselben Stelle und fasst 51.500 Zuschauer.

Aus den Trümmern Hamburgs, 1953
Der Vorgängerbau, das Altonaer Stadion, wurde am 11. September 1925 eröffnet und fasste 40.000 Zuschauer. Der Zweite Weltkrieg beschädigte ihn schwer; im Juni 1951 beschlossen Senat und Bürgerschaft den Neubau. Errichtet wurde er teilweise aus den Trümmern der bombardierten Stadt, eingeweiht am 12. Juli 1953.
Damit steht das Volksparkstadion in derselben Reihe wie das Rosenaustadion in Augsburg von 1951, das Auestadion in Kassel von 1953 und das Zentralstadion Leipzig ab 1955 — vier Stadien aus dem Material des Krieges, gebaut in vier Jahren.
Mit 75.000 bis 76.000 Plätzen war es damals das zweitgrößte Stadion Westdeutschlands; nur das Berliner Olympiastadion war größer. Wie damals üblich war es kein reines Fußballstadion: Eine Laufbahn mit acht Bahnen umschloss das Spielfeld.
Wie der HSV hierher kam
Bis 1963 spielte der Hamburger SV am Rothenbaum. Mit der Gründung der Bundesliga musste er umziehen: Der DFB untersagte den Spielbetrieb am alten Standort, obwohl dessen Fassungsvermögen für einen Teil der Bundesligaspiele gereicht hätte.
Warm wurden die Hamburger mit dem neuen Ort zunächst nicht. Im weiten Rund der Betonschüssel kam kaum Stimmung auf; unter Fußballanhängern galt sie über Jahre als eines der unbeliebtesten Stadien Deutschlands.
Der Kapazitätsverlauf
Wenige Stadien im Ligaarchiv zeigen so deutlich, wie stark eine Kapazitätsangabe vom Jahr abhängt:
- 40.000 im Altonaer Stadion ab 1925
- 75.000 bis 76.000 nach dem Neubau 1953, davon 20.000 Sitzplätze
- 61.200 bis 61.300 nach dem Umbau zur Weltmeisterschaft 1974, bei dem eine überdachte Gegentribüne entstand
- 57.000 seit dem Umbau von 1998 bis 2000, davon 10.000 Stehplätze
Bei internationalen Spielen liegt die Zahl niedriger, weil die UEFA Sitzplätze für alle Zuschauer vorschreibt — dieselbe Regel, die auch in Gelsenkirchen und im Weserstadion zwei Angaben erzeugt.
Der Umbau bei laufendem Betrieb
Am 2. Juni 1998 begann der Umbau zum reinen Fußballstadion nach englischem Vorbild, abgeschlossen im Sommer 2000. Architekt Manfred O. Steuerwald arbeitete während des laufenden Spielbetriebs: Die Tribünen rückten näher an das Spielfeld, der beheizbare Rasen wurde um 90 Grad gedreht. Seither gibt es keine Westkurve mehr; neue Heimat der Anhänger wurde die Nordtribüne.
1998 erwarb der HSV Stadion und Grundstück von der Stadt Hamburg für eine symbolische Mark.
Vier Turniere
Das Volksparkstadion war Spielort der Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie der Europameisterschaften 1988 und 2024. Herausgehoben ist das Vorrundenspiel der Weltmeisterschaft 1974 zwischen der Bundesrepublik und der DDR vor 60.200 Zuschauern.
Zwischen 2001 und 2015 trug die Anlage nacheinander drei Sponsorennamen. Seit dem 1. Juli 2015 heißt sie wieder Volksparkstadion, nachdem ein Mäzen die Namensrechte erwarb und den ursprünglichen Namen zurückgab — im Ligaarchiv der seltene Fall einer Rückbenennung, vergleichbar mit dem Stadion an der Hafenstraße in Essen.
Häufige Fragen zum Volksparkstadion
Wie viele Zuschauer fasst das Volksparkstadion?
57.000, davon 10.000 Stehplätze. Bei internationalen Spielen ist die Zahl niedriger, weil die UEFA Sitzplätze für alle Zuschauer vorschreibt.
Wann wurde das Volksparkstadion gebaut?
1951 bis 1953, teilweise aus den Trümmern der bombardierten Stadt. Eingeweiht wurde es am 12. Juli 1953.
Wie groß war das Stadion früher?
75.000 bis 76.000 Plätze nach dem Neubau 1953, 61.300 nach dem Umbau zur Weltmeisterschaft 1974.
Warum zog der HSV 1963 ins Volksparkstadion?
Der DFB untersagte mit der Bundesligagründung den Spielbetrieb am Rothenbaum, obwohl dessen Fassungsvermögen teilweise gereicht hätte.
Was änderte der Umbau von 1998 bis 2000?
Das Stadion wurde zur reinen Fußballarena. Die Tribünen rückten näher ans Spielfeld, der Rasen wurde um 90 Grad gedreht, die Westkurve entfiel.
Was kostete der HSV das Stadion?
Eine symbolische Mark. 1998 erwarb der Verein Stadion und Grundstück von der Stadt Hamburg.
Welche Turniere fanden hier statt?
Die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie die Europameisterschaften 1988 und 2024.
Warum heißt es wieder Volksparkstadion?
Zwischen 2001 und 2015 trug es drei Sponsorennamen. Seit dem 1. Juli 2015 gilt wieder der ursprüngliche Name, nachdem ein Mäzen die Namensrechte erwarb.
Quellen: Volksparkstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · Hamburger SV, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Die Geschichte des HSV, hsv.de (abgerufen 2026-09-04)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.