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SG Wattenscheid 09Der Ableger von Kaiserslautern

4. Liga · Regionalliga West Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Zwei Ballspielvereine, 1909 vereinigt

Bereits um 1907 bestanden in Wattenscheid zwei Klubs mit dem Namen Ballspielverein. Ein Jahr später fusionierten sie; am 9. August 1909 wurde der Ballspiel-Verein 1909 Wattenscheid gegründet. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß.

Heute gehört Wattenscheid zum Bochumer Stadtgebiet — der Verein ist damit im Ligaarchiv der zweite aus dieser Stadt neben dem VfL Bochum.

Der Umzug, über den sich der Vormieter ärgerte

Ein Jahr nach einem knappen Klassenerhalt verließ der Verein sein bisheriges Stadion und zog ins Lohrheidestadion. Der Umzug war nicht unproblematisch: Der bisherige Nutzer, die Sportfreunde Rot-Weiß Leithe, war über den neuen Untermieter wenig erfreut.

Im Ligaarchiv ist das eine seltene Notiz — meist wird beim Stadionwechsel die Perspektive des Ankommenden überliefert, nicht die des Vorgängers.

Vier Jahre Bundesliga

1990 stieg Wattenscheid erstmals in die Bundesliga auf und hielt sich vier Spielzeiten. Getragen wurde das Vorhaben vom Präsidenten und Mäzen Klaus Steilmann. Im ersten Jahr wurde die Mannschaft Elfter, danach ging es um den Klassenerhalt; 1994 folgte als Vorletzter der Abstieg.

Dazu kommen zwanzig Zweitligajahre zwischen 1974 und 1999 — im Ligaarchiv nach dem VfL Osnabrück und dem SC Fortuna Köln die dritthöchste Zahl.

Der Ableger von Kaiserslautern

Die Saison 1991/92 hat eine Besonderheit, die es so nur einmal gibt: Weil das Lohrheidestadion umgebaut wurde, spielte Wattenscheid im Bochumer Ruhrstadion — und galt in jener Spielzeit als Ableger des 1. FC Kaiserslautern.

Fünf ehemalige Aktive oder Nachwuchsspieler des damals amtierenden deutschen Meisters gehörten zum Stammkader, dazu kam ein früherer Trainer der Pfälzer. Der Klassenerhalt gelang am letzten Spieltag mit einem 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach.

Ein Jahr später schlug Wattenscheid sowohl Bayern München als auch den VfL Bochum mit 2:0 und übernahm nach dessen Abstieg erstmals die lokale Vorherrschaft.

Der Absturz

Nach dem Rückzug des Mäzens ging es abwärts — bis in die sechste Liga. 2013 gelang die Rückkehr in die Regionalliga West, 2016 der erste Westfalenpokalsieg der Vereinsgeschichte.

Im November 2018 wurden Verbindlichkeiten von knapp 200.000 Euro bekannt, die kurzfristig auf 350.000 Euro stiegen; Gehälter blieben teilweise aus. Der Verein startete eine Crowdfunding-Kampagne, weil der Spielbetrieb sonst hätte eingestellt werden müssen. Am 23. Oktober 2019 folgte der Insolvenzantrag.

Im Ligaarchiv steht das neben Aachen und Viktoria Köln — mit dem Unterschied, dass hier die Anhänger selbst zur Rettung beitrugen.

2026 kehrte der Verein über den zweiten Platz der Oberliga Westfalen in die Regionalliga West zurück.

Ligahistorie

Erfasst sind 32 Spielzeiten der Bundesliga, der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga West, jeweils mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberligajahre werden nachgetragen.

1969/702026/27
2026/274. LigaRegionalliga West
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga West4. Liga—laufend
2025/26Oberliga Westfalen5. Liga2
2024/25Oberliga Westfalen5. Liga8
2023/24Oberliga Westfalen5. Liga13
2022/23Regionalliga West4. Liga17
2021/22Oberliga Westfalen5. Liga2
2019/20Regionalliga West4. Liga19
2018/19Regionalliga West4. Liga11
2017/18Regionalliga West4. Liga11
2016/17Regionalliga West4. Liga8
2015/16Regionalliga West4. Liga8
2014/15Regionalliga West4. Liga13
2013/14Regionalliga West4. Liga15
2012/13Oberliga Westfalen5. Liga2
2005/06Regionalliga Nord3. Liga16
2003/04Regionalliga Nord3. Liga15
2002/03Regionalliga Nord3. Liga4
2001/02Regionalliga Nord3. Liga4
2000/01Regionalliga Nord3. Liga11
1999/00Regionalliga West/Südwest3. Liga4
1998/992. Bundesliga2. Liga17
1997/982. Bundesliga2. Liga14
1996/97Regionalliga West/Südwest3. Liga1
1995/962. Bundesliga2. Liga18
1994/952. Bundesliga2. Liga10
1993/94Bundesliga1. Liga17
1992/93Bundesliga1. Liga14
1991/92Bundesliga1. Liga16
1990/91Bundesliga1. Liga11
1989/902. Bundesliga2. Liga2
1988/892. Bundesliga2. Liga6
1987/882. Bundesliga2. Liga4
1986/872. Bundesliga2. Liga11
1985/862. Bundesliga2. Liga9
1984/852. Bundesliga2. Liga10
1983/842. Bundesliga2. Liga15
1982/832. Bundesliga2. Liga15
1981/822. Bundesliga2. Liga17
1980/812. Bundesliga2. Liga10
1979/802. Bundesliga2. Liga5
1978/792. Bundesliga2. Liga10
1977/782. Bundesliga2. Liga6
1976/772. Bundesliga2. Liga15
1975/762. Bundesliga2. Liga8
1974/752. Bundesliga2. Liga7
1973/74Regionalliga West2. Liga1
1972/73Regionalliga West2. Liga5
1971/72Regionalliga West2. Liga12
1970/71Regionalliga West2. Liga13
1969/70Regionalliga West2. Liga8

Für 1 von 50 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Verein und Stadion

Der Verein hat rund 1.000 Mitglieder. Von 1973 bis 2010 bestand eine Frauenfußballabteilung, die zwei Jahre in der Bundesliga spielte und anschließend zum Lokalrivalen VfL Bochum wechselte.

Heimspielstätte ist das Lohrheidestadion.

Häufige Fragen zur SG Wattenscheid 09

Wann wurde die SG Wattenscheid 09 gegründet?

Am 9. August 1909, aus der Fusion zweier Ballspielvereine.

Wann spielte Wattenscheid in der Bundesliga?

Von 1990 bis 1994, vier Spielzeiten.

Warum galt der Verein 1991/92 als Ableger von Kaiserslautern?

Fünf ehemalige Spieler des amtierenden deutschen Meisters gehörten zum Stammkader, dazu kam ein früherer FCK-Trainer.

Warum spielte Wattenscheid 1991/92 in Bochum?

Das Lohrheidestadion wurde umgebaut; die Mannschaft wich ins Ruhrstadion aus.

Was geschah 2018 und 2019?

Verbindlichkeiten von bis zu 350.000 Euro führten zu einer Crowdfunding-Kampagne; am 23. Oktober 2019 folgte der Insolvenzantrag.

Wie lange spielte Wattenscheid zweitklassig?

Zwanzig Jahre zwischen 1974 und 1999.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Rund 1.000.

Weitere Vereine der Regionalliga West

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga West

Quellen: SG Wattenscheid 09 bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · SG Wattenscheid 09, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Verein, sgwattenscheid09.de (abgerufen 2026-09-11) · SG Wattenscheid 09, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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