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SSV Ulm 1846Zwei Durchmärsche, zwei Abstürze

4. Liga · Regionalliga Südwest Von Hannes Nagel · geprüft am 3. 10. 2026

SSV Ulm 1846: Ein Fußballverein mit drei Gründungsdaten

Der SSV Ulm 1846 Fußball e. V., kurz SSV Ulm 1846, ist seit dem 9. März 2009 ein eigenständiger Verein; an diesem Tag trennte sich die Fußballabteilung vom Mehrspartenverein SSV Ulm 1846. Die Fußballtradition ist älter: Im November 1894 entstand im Privatturnverein Ulm eine Fußballabteilung, aus der 1909 der Ulmer FV 1894 hervorging. Die Jahreszahl im Namen stammt vom Turnerbund 1846 Ulm, der 1939 mit dem Ulmer FV und der SpVgg Ulm 1889 zur TSG Ulm 1846 fusionierte.

Den SSV Ulm 1846 selbst bildeten am 5. Mai 1970 die TSG Ulm 1846 und der 1. SSV Ulm 1928; mit über 8.300 Mitgliedern war er damals der größte Sportverein Deutschlands. Das Ligaarchiv ordnet den heutigen Verein als Fortführung ein: Die Mannschaft spielte die Regionalligasaison 2008/09 nach der Trennung im März 2009 ohne Unterbrechung zu Ende. Die Profimannschaft ist seit dem 1. Juli 2019 in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert, deren Komplementärin vollständig dem Verein gehört.

Geschichte des SSV Ulm 1846

Vor 1970: Oberliga Süd und Regionalliga Süd

Die TSG Ulm 1846 stieg 1946 in die Oberliga Süd auf, damals die höchste Spielklasse, und gehörte ihr 1946 bis 1949, 1952/53, 1958 bis 1961 und 1962/63 an, zusammen acht Spielzeiten. Als Achter der letzten Oberligasaison qualifizierte sie sich 1963 für die zweitklassige Regionalliga Süd, stieg 1965 aber ab. Aus dem Ulmer FV kam mit Erwin Schädler ein Nationalspieler (vier Länderspiele 1937 und 1938); bei der TSG spielte von 1967 bis 1970 Uli Hoeneß.

1979 bis 1988: Pendeln zur 2. Bundesliga

Der SSV Ulm 1846 gewann 1978/79 die erste Saison der neu gegründeten Oberliga Baden-Württemberg und stieg in die 2. Bundesliga Süd auf. 1980/81 fehlte als Fünfter ein Platz zur Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, der Verein musste zurück in die Oberliga. 1983 kehrte er über eine Aufstiegsrunde zurück, stieg 1985 als Tabellenletzter ab, schaffte 1986 den direkten Wiederaufstieg und stieg 1988 erneut ab. Im DFB-Pokal erreichte er 1981/82 das Viertelfinale.

1996 bis 2001: Amateurmeister, Bundesliga, Absturz

Der SSV Ulm 1846 gewann 1996 mit einem 2:1 gegen den VfR Mannheim im Donaustadion die deutsche Amateurmeisterschaft. Unter Trainer Ralf Rangnick wurde die Mannschaft 1997/98 Meister der Regionalliga Süd und stieg 1998/99 als Dritter hinter Arminia Bielefeld und der SpVgg Unterhaching direkt in die Bundesliga auf.

In der Bundesliga 1999/2000 lag Ulm nach 24 Spieltagen mit 30 Punkten auf Platz 12. Am 18. März 2000 folgte ein 1:9 gegen Bayer 04 Leverkusen, danach gelang in zehn Spielen nur noch ein Sieg. Am letzten Spieltag verlor die Mannschaft 1:2 bei Eintracht Frankfurt und stieg mit 35 Punkten als Sechzehnter ab. Der Zuschauerschnitt der Bundesligasaison lag bei 21.500.

Ein Jahr später stieg der Verein als Sechzehnter auch aus der 2. Bundesliga ab und erhielt keine Lizenz für die Regionalliga. Wegen der Insolvenz trat 2001/02 nur die bisherige zweite Mannschaft in der fünftklassigen Verbandsliga Württemberg an. Startberechtigt im DFB-Pokal blieb der Verein trotzdem und schlug am 26. August 2001 den Bundesligisten 1. FC Nürnberg mit 2:1. Als Fünftligist war Ulm damit laut Wikipedia der niederklassigste Verein, der bis dahin ein Spiel im DFB-Pokal gewonnen hatte.

2008 bis 2016: Zwei weitere Insolvenzen

Der SSV Ulm 1846 stieg 2008 in die neue viertklassige Regionalliga Süd auf. Ende November 2010 meldete der erst 2009 gegründete Fußballverein Insolvenz an und stand damit vorzeitig als Absteiger fest. Der Insolvenzplan von 2011 zahlte bei Forderungen von über einer Million Euro symbolisch 1.846 Euro aus, eine Quote von 0,16 Prozent. Nach dem Oberligatitel 2012 folgte im Mai 2014 bei Verbindlichkeiten von 420.000 Euro die dritte Insolvenz; die Mannschaft spielte die Regionalligasaison außer Konkurrenz zu Ende und startete 2014/15 in der Oberliga. 2016 gelang mit dem achten Oberligatitel die Rückkehr in die Regionalliga Südwest.

2023 bis 2026: Zwei Aufstiege, zwei Abstiege

Der SSV Ulm 1846 sicherte sich die Meisterschaft der Regionalliga Südwest 2022/23 am vorletzten Spieltag mit einem 5:0 gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz vor 10.282 Zuschauern. 2023/24 folgte als Meister der 3. Liga der direkte Aufstieg in die 2. Bundesliga, nach mehr als 22 Jahren im Amateurfußball. 2024/25 stieg der Verein als Siebzehnter ab, 2025/26 als Achtzehnter der 3. Liga direkt weiter in die Regionalliga.

Ligahistorie

Für den SSV Ulm 1846 sind 33 Spielzeiten zwischen 1963/64 und 2025/26 mit Platzierung, Quelle und Abrufdatum erfasst, aus Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Regionalliga und Oberliga Baden-Württemberg. Es fehlen noch die Amateur- und Oberligajahre zwischen 1965 und 1994 sowie die Spielzeiten 2001/02 bis 2007/08; sie werden nachgetragen.

1963/642025/26
2025/263. Liga3. Liga, Platz 18 · Abstieg
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2025/263. Liga3. Liga18Abstieg
2024/252. Bundesliga2. Liga17
2023/243. Liga3. Liga1Meister, Aufstieg
2022/23Regionalliga Südwest4. Liga1Meister, Aufstieg
2021/22Regionalliga Südwest4. Liga2
2020/21Regionalliga Südwest4. Liga4
2019/20Regionalliga Südwest4. Liga7
2018/19Regionalliga Südwest4. Liga6
2017/18Regionalliga Südwest4. Liga9
2016/17Regionalliga Südwest4. Liga9
2015/16Oberliga Baden-Württemberg5. Liga1Meister, Aufstieg
2014/15Oberliga Baden-Württemberg5. Liga5
2013/14Regionalliga Südwest4. Liga15Abstieg
2012/13Regionalliga Südwest4. Liga10
2011/12Oberliga Baden-Württemberg5. Liga1Meister, Aufstieg
2010/11Regionalliga Süd4. Liga17Abstieg
2009/10Regionalliga Süd4. Liga6
2008/09Regionalliga Süd4. Liga7
2000/012. Bundesliga2. Liga16Abstieg
1999/00Bundesliga1. Liga16Abstieg
1998/992. Bundesliga2. Liga3Aufstieg
1997/98Regionalliga Süd3. Liga1Meister, Aufstieg
1996/97Regionalliga Süd3. Liga6
1995/96Regionalliga Süd3. Liga3
1994/95Regionalliga Süd3. Liga4
1987/882. Bundesliga2. Liga19Abstieg
1986/872. Bundesliga2. Liga13
1984/852. Bundesliga2. Liga20Abstieg
1983/842. Bundesliga2. Liga13
1980/812. Bundesliga2. Liga5Abstieg
1979/802. Bundesliga2. Liga16
1964/65Regionalliga Süd2. Liga18Abstieg
1963/64Regionalliga Süd2. Liga8

Donaustadion

Der SSV Ulm 1846 spielt im Donaustadion, einem 1925 eröffneten Stadion mit Leichtathletikanlage im Besitz der Stadt Ulm. Die Wikipedia und die Stadionübersicht der Regionalliga Südwest 2026/27 nennen 17.400 Plätze, die Wikipedia ein Fassungsvermögen von 19.500. In der Bundesligasaison 1999/2000 wurde die Kapazität mit mobilen Zusatztribünen auf 23.500 erhöht.

Wegen fehlender Rasenheizung trug der Verein 2023/24 fünf Heimspiele in der Centus Arena in Aalen aus. 2024 wurden Rasenheizung und Beregnung eingebaut. Im März 2025 einigten sich die Vereine und die Stadt auf einen Kompromiss, der die Laufbahn erhält und das Stadion für die Auflagen des Profifußballs modernisieren soll.

Derbys und Rivalitäten

Als größte sportliche Rivalen des SSV Ulm 1846 nennt die Wikipedia den SSV Reutlingen und den 1. FC Heidenheim. Als brisant gilt außerdem das Verhältnis zur Fanszene der Stuttgarter Kickers. Seit Ende der 1990er Jahre besteht eine Fanfreundschaft mit Anhängern von Rot-Weiß Oberhausen.

Fanszene und Kultur

Die organisierte Fanszene des SSV Ulm 1846 steht im D-Block des Donaustadions, größte Gruppierung ist der D-Block Donaustadion. Der Spitzname „Spatzen“ geht auf den Ulmer Spatz zurück, die Vereinsfarben Schwarz und Weiß entsprechen den Stadtfarben. Die Vereinshymne „Forever SSV“ erschien im August 1997 und begleitete den Verein bis in die Bundesliga.

Häufige Fragen zum SSV Ulm 1846

Wann wurde der SSV Ulm 1846 gegründet?

Der heutige Fußballverein entstand am 9. März 2009 durch die Trennung vom Mehrspartenverein. Fußball wird in der Vereinslinie seit November 1894 gespielt, der SSV Ulm 1846 als Fusionsverein besteht seit 1970.

In welcher Liga spielt der SSV Ulm 1846?

In der Saison 2026/27 in der Regionalliga Südwest (4. Liga). Der Verein ist nach zwei Abstiegen in Folge aus der 2. Bundesliga dorthin zurückgekehrt.

Wie heißt das Stadion des SSV Ulm 1846 und wie viele Zuschauer fasst es?

Das Donaustadion, für das die Wikipedia und die Saisontabelle 17.400 Plätze angeben. Die Wikipedia nennt abweichend 19.500.

Was ist der größte Erfolg des SSV Ulm 1846?

Die Bundesligasaison 1999/2000 nach dem Durchmarsch aus der Regionalliga. Dazu kommen die deutsche Amateurmeisterschaft 1996 und die Meisterschaft der 3. Liga 2024.

Wie viele Spielzeiten spielte der SSV Ulm 1846 in der Bundesliga?

Eine, die Saison 1999/2000, die als Sechzehnter mit dem Abstieg endete. Die Vorgängerin TSG Ulm 1846 spielte zuvor acht Spielzeiten in der damals erstklassigen Oberliga Süd.

Wer sind die Rivalen des SSV Ulm 1846?

Der SSV Reutlingen und der 1. FC Heidenheim gelten laut Wikipedia als größte sportliche Rivalen.

Welche Farben hat der SSV Ulm 1846?

Schwarz und Weiß, wie die Stadtfarben von Ulm.

Wer sind die bekanntesten Spieler des SSV Ulm 1846?

Uli Hoeneß spielte von 1967 bis 1970 bei der Vorgängerin TSG Ulm 1846, Erwin Schädler kam als Nationalspieler aus dem Ulmer FV. Holger Betz spielte von 1993 bis 2018 für den Verein, Oliver Unsöld war Kapitän in der Zeit nach dem Bundesligaabstieg.

Weitere Vereine der Regionalliga Südwest

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Südwest

Quellen: SSV Ulm 1846, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02) · SSV Ulm 1846 bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-10-02) · Fußball-Regionalliga Südwest 2026/27, Wikipedia (Teilnehmer und Stadien) (abgerufen 2026-10-02) · 2. Fußball-Bundesliga 2000/01, Wikipedia (Platz 16, Lizenzverweigerung) (abgerufen 2026-10-02) · Donaustadion, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02)

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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