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1. FC Nürnberg: Neun Meisterschaften, von denen acht nicht zählen

Ebene 2, 2. Bundesliga

Der 1. FC Nürnberg gewann neun deutsche Meisterschaften und war 62 Jahre lang Rekordmeister. Für die Meistersterne auf dem Trikot zählt davon nur eine — und 1969 stieg der Verein als amtierender Meister ab.

Illustrierte Burgsilhouette über Fachwerkdächern mit Stadion, Vereinsseite 1. FC Nürnberg
KI-generierte Illustration. Kein Bezug zu einem realen Bauwerk.

Geschichte in Epochen

Der Meisterclub der zwanziger Jahre

Zwischen 1920 und 1927 gewann Nürnberg fünf deutsche Meisterschaften — und kassierte in keinem dieser Endspiele ein Gegentor. In dieselbe Zeit fällt eine Serie von 104 Verbandsspielen ohne Niederlage. Aus dieser Epoche stammt der Beiname Meisterclub, aus dem später schlicht der Club wurde.

1936, 1948, 1961 und 1968 kamen vier weitere Titel dazu. Insgesamt neun: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961 und 1968.

62 Jahre Rekordmeister

Von 1924 bis 1987 war der 1. FC Nürnberg deutscher Rekordmeister — 63 Jahre lang, länger als jeder andere Verein diesen Rang je innehatte. Erst der FC Bayern München löste ihn 1986/87 mit dem zehnten Titel ab. Zwischenzeitlich teilte sich Nürnberg den Rang ein Jahr mit dem VfB Leipzig und neun Jahre mit dem FC Schalke 04.

Auch im Pokal war der Club lange führend: von 1935 bis 1968, dreiunddreißig Jahre, bis wiederum Bayern übernahm.

Neun Titel, ein Stern

Aus neun Meisterschaften ergäbe sich nach der üblichen Rechnung Anspruch auf zwei Meistersterne. Der Verein trägt sie nicht. Der Grund ist eine Zählregel: Die DFL wertet ausschließlich Meisterschaften, die in der Bundesliga errungen wurden. Von Nürnbergs neun Titeln fällt nur der von 1968 in diese Zeit; die anderen acht bleiben unberücksichtigt.

Das ist derselbe Bruch, der im Ligaarchiv an mehreren Stellen auftaucht. Der FC Schalke 04 hat sieben Meisterschaften, keine davon aus der Bundesliga. Auch unser Traditionsindex begann mit derselben Grenze und trug sie sichtbar, bis die Titel vor 1963 nachgetragen wurden. Wo eine Zählung anfängt, entscheidet mit, wie ein Verein dasteht.

1968 Meister, 1969 abgestiegen

1967/68 holte der Club unter Trainer Max Merkel den neunten Titel, drei Punkte vor Werder Bremen. Ein Jahr später geschah, was es davor und danach nicht gab: Der amtierende deutsche Meister stieg ab. Es war die erste Zweitklassigkeit der Vereinsgeschichte und wurde ein Abschied für neun Jahre.

Nach dem 0:3 im letzten Saisonspiel beim 1. FC Köln kamen Bestechungsvorwürfe auf, weil der Nürnberger Torwart bereits einen Vertrag bei einem direkten Abstiegskonkurrenten unterschrieben hatte. Anders als beim Bundesliga-Skandal zwei Jahre später ließen sie sich nicht nachweisen. Das Ligaarchiv führt den Verdacht als das, was er blieb: unbewiesen.

Fahrstuhlmannschaft

Seither gelang es dem Verein nicht, sich dauerhaft in einer Liga zu halten. Mit neun Bundesligaabstiegen ist er Rekordabsteiger; in der ewigen Tabelle der Bundesliga steht er auf Platz 15. 2007 gewann er nach 39 Jahren ohne nationalen Titel den DFB-Pokal.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga, jeweils mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Regionalligajahre werden nachgetragen.

1. Liga2. Liga3. LigaRegionalligaOberliga19632026
Ligazugehörigkeit aus dem Datenbestand des Ligaarchivs. Stand 6. September 2026.
Ebene 1Ebene 2Ebene 3Ebene 4Ebene 5

Im Ligaarchiv sind für 1. FC Nürnberg seit 1947 33 Saisons auf Ebene 1, 19 Saisons auf Ebene 2 erfasst. Die jüngste erfasste erstklassige Spielzeit war 2018/19. Aktuell wird die Saison 2026/27 in der 2. Bundesliga geführt. Erfasst sind Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, die Regionalligastaffeln und die Ligen des DDR-Fußballs; Landes- und Verbandsligen werden nachgetragen.

Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaEbenePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2laufend
2025/262. Bundesliga28
2024/252. Bundesliga210
2023/242. Bundesliga212
2022/232. Bundesliga214
2021/222. Bundesliga28
2020/212. Bundesliga211
2019/202. Bundesliga216
2018/19Bundesliga118
2017/182. Bundesliga22
2016/172. Bundesliga212
2015/162. Bundesliga23
2014/152. Bundesliga29
2013/14Bundesliga117
2012/13Bundesliga110
2011/12Bundesliga110
2010/11Bundesliga16
2009/10Bundesliga116
2008/092. Bundesliga23
2007/08Bundesliga116
2006/07Bundesliga16
2005/06Bundesliga18
2004/05Bundesliga114
2003/042. Bundesliga21
2002/03Bundesliga117
2001/02Bundesliga115
2000/012. Bundesliga21
1998/99Bundesliga116
1997/982. Bundesliga23
1995/962. Bundesliga217
1994/952. Bundesliga215
1993/94Bundesliga116
1992/93Bundesliga113
1991/92Bundesliga17
1990/91Bundesliga115
1989/90Bundesliga18
1988/89Bundesliga114
1987/88Bundesliga15
1986/87Bundesliga19
1985/86Bundesliga112
1984/852. Bundesliga21
1983/84Bundesliga118
1982/83Bundesliga114
1981/82Bundesliga113
1980/81Bundesliga114
1978/79Bundesliga117
1968/69Bundesliga117
1967/68Bundesliga11
1966/67Bundesliga110
1965/66Bundesliga16
1964/65Bundesliga16
1963/64Bundesliga19

Für 1 von 52 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
Deutsche Meisterschaft9
DFB-Pokal4
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel4

Neun deutsche Meisterschaften (1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968) und vier DFB-Pokalsiege. Acht der neun Meisterschaften stammen aus der Zeit vor der Bundesliga.

Max-Morlock-Stadion

Heimspielstätte ist das Max-Morlock-Stadion mit 50.000 Plätzen, benannt nach dem Weltmeister von 1954.

Derbys und Rivalitäten

Das fränkisch-bayerische Duell mit dem FC Bayern München hat einen konkreten Kern: Bayern löste Nürnberg als Rekordmeister und als Rekordpokalsieger ab. Regional steht die SpVgg Greuther Fürth als Nachbar.

Häufige Fragen zum 1. FC Nürnberg

Wie oft war der 1. FC Nürnberg deutscher Meister?

Neunmal: 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961 und 1968.

Warum trägt der Club keine Meistersterne?

Weil die DFL nur Meisterschaften aus der Bundesliga wertet. Von neun Titeln fällt nur der von 1968 in diese Zeit.

Welcher Meister stieg ein Jahr später ab?

Der 1. FC Nürnberg. 1968 wurde er deutscher Meister, 1969 stieg er als Titelverteidiger ab.

Wie lange war Nürnberg Rekordmeister?

Von 1924 bis 1987, also 63 Jahre. Erst der FC Bayern München löste ihn mit dem zehnten Titel ab.

Waren die Bestechungsvorwürfe von 1969 belegt?

Nein. Anders als beim Bundesliga-Skandal zwei Jahre später ließen sie sich nicht nachweisen.

Warum heißt Nürnberg Fahrstuhlmannschaft?

Weil es dem Verein seit 1969 nicht gelang, sich dauerhaft in einer Liga zu halten. Mit neun Bundesligaabstiegen ist er Rekordabsteiger.

Wann gewann der Club zuletzt einen Titel?

2007 den DFB-Pokal, 39 Jahre nach der letzten Meisterschaft.

Wie viele Zuschauer fasst das Stadion?

50.000 Plätze.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Quellen: 1. FC Nürnberg bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-05) · 1. FC Nürnberg, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05) · Meisterschaft 1968, fcn.de (abgerufen 2026-09-05) · Der Abstieg als amtierender Deutscher Meister 1969, Stadtarchive Metropolregion Nürnberg (abgerufen 2026-09-05) · Namen und Zahlen, Wikipedia (abgerufen 2026-09-05)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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