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SpVgg UnterhachingDer Verein, der eine Meisterschaft entschied

4. Liga · Regionalliga Bayern Von Hannes Nagel · geprüft am 27. 9. 2026

Abgespalten 1925, aufgelöst 1933

Die Spielvereinigung Unterhaching bildete zunächst die Fußballabteilung eines örtlichen Turn- und Sportvereins und wurde am 1. Januar 1925 eigenständig. 1929 stellte die Gemeinde einen Fußballplatz zur Verfügung; ab 1931 folgten zwei Aufstiege innerhalb von dreizehn ungeschlagenen Monaten.

1933 wurde der Verein von den Nationalsozialisten als politisch unzuverlässig aufgelöst und erst 1945 wiedergegründet.

Im Ligaarchiv steht das neben Altglienicke, dessen Arbeitersportverein 1933 ebenfalls aufgelöst wurde, und Wehen, das dasselbe Schicksal traf.

Die kleinste Bundesligastadt

1999 stieg Unterhaching in die Bundesliga auf. Die Gemeinde im Landkreis München ist der kleinste Ort, der je Bundesligafußball beherbergte.

Im Ligaarchiv steht sie damit an der Spitze jener Reihe, in der die Spielklasse nicht zur Ortsgröße passt — vor Homburg, das in den achtziger Jahren als kleinste Bundesligastadt galt, und vor Elversberg, Rödinghausen und Drochtersen in den unteren Ligen.

Die erste Saison endete auf Rang zehn — vor Dortmund und Schalke. Zu Hause blieb die Mannschaft neun Spiele lang ungeschlagen, ehe der FC Bayern gewann.

Die Meisterschale, die wieder abreisen musste

Am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 empfing Unterhaching den Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen. Leverkusen hätte ein Unentschieden genügt.

Das Spiel endete 2:0 für Haching — durch ein Eigentor von Michael Ballack und einen Treffer von Markus Oberleitner. Weil Bayern zeitgleich 3:1 gegen Werder Bremen gewann, ging der Titel nach München.

Das Detail, das den Tag beschreibt: Die DFB-Vertreter waren mit der Meisterschale nach Unterhaching gereist, um sie nach dem Spiel an Leverkusen zu übergeben. Nach der Niederlage konnte im Münchner Olympiastadion nur eine Kopie überreicht werden.

Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem ein Verein eine Meisterschaft entschied, an der er selbst nicht beteiligt war.

Ligahistorie

Erfasst sind 29 Spielzeiten der Bundesliga, der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga Bayern, jeweils mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberligajahre werden nachgetragen.

1989/902026/27
2026/274. LigaRegionalliga Bayern
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Bayern4. Liga—laufend
2024/253. Liga3. Liga20
2023/243. Liga3. Liga9
2022/23Regionalliga Bayern4. Liga1
2021/22Regionalliga Bayern4. Liga4
2020/213. Liga3. Liga19
2019/203. Liga3. Liga11
2018/193. Liga3. Liga10
2017/183. Liga3. Liga9
2016/17Regionalliga Bayern4. Liga1
2015/16Regionalliga Bayern4. Liga4
2014/153. Liga3. Liga19
2013/143. Liga3. Liga17
2012/133. Liga3. Liga9
2011/123. Liga3. Liga15
2010/113. Liga3. Liga14
2009/103. Liga3. Liga11
2006/072. Bundesliga2. Liga16
2005/062. Bundesliga2. Liga14
2004/052. Bundesliga2. Liga10
2003/042. Bundesliga2. Liga13
2001/022. Bundesliga2. Liga15
2000/01Bundesliga1. Liga16
1998/992. Bundesliga2. Liga2
1997/982. Bundesliga2. Liga11
1996/972. Bundesliga2. Liga6
1995/962. Bundesliga2. Liga4
1992/932. Bundesliga2. Liga18
1989/902. Bundesliga2. Liga20

Für 1 von 29 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Der zweite börsennotierte Verein

Seit Ende 2018 ist die Profiabteilung ausgegliedert; die Aktien werden seit Sommer 2019 an der Börse gehandelt. Damit ist Unterhaching nach Borussia Dortmund der zweite börsennotierte Fußballklub Deutschlands.

Eine weitere Besonderheit liegt außerhalb des Fußballs: Die Bobabteilung des Vereins gewann mehrere Welt- und Olympiatitel.

Heimspielstätte ist der Sportpark Unterhaching.

Häufige Fragen zur SpVgg Unterhaching

Wann wurde die SpVgg Unterhaching gegründet?

Am 1. Januar 1925 als eigenständiger Verein. 1933 wurde sie aufgelöst und 1945 wiedergegründet.

Was geschah am letzten Spieltag 1999/2000?

Unterhaching schlug Bayer Leverkusen mit 2:0 und machte damit den FC Bayern zum deutschen Meister.

Warum bekam Bayern nur eine Kopie der Meisterschale?

Die DFB-Vertreter waren mit dem Original nach Unterhaching gereist, um es an Leverkusen zu übergeben.

Wann spielte Unterhaching in der Bundesliga?

Von 1999 bis 2001. Die erste Saison endete auf Rang zehn.

Ist der Verein börsennotiert?

Ja, seit Sommer 2019 — nach Borussia Dortmund als zweiter deutscher Fußballklub.

Was hat der Verein mit Bob zu tun?

Seine Bobabteilung gewann mehrere Welt- und Olympiatitel.

Wie viele Zuschauer fasst der Sportpark?

Rund 15.000 bis 15.053 Plätze.

Weitere Vereine der Regionalliga Bayern

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Bayern

Quellen: SpVgg Unterhaching bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · SpVgg Unterhaching, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Bundesliga club-by-club historical guide: SpVgg Unterhaching, bundesliga.com (abgerufen 2026-09-11) · SpVgg Unterhaching, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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