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Hansa RostockDer letzte Meister der DDR

3. Liga Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Eine delegierte Mannschaft, 1954

Der Rostocker Spitzenfußball begann nicht in Rostock. 1954 wurde die Oberligamannschaft von Empor Lauter aus dem Erzgebirge nach Rostock delegiert; am 14. November 1954 fand im Ostseestadion vor 17.000 Zuschauern das erste Oberligaspiel des SC Empor Rostock statt, ein 0:0 gegen den FC Karl-Marx-Stadt.

Im Ligaarchiv ist das der zweite dokumentierte Fall einer Delegierung per Verwaltungsakt. Der erste betraf Dynamo Dresden, dessen gesamte Mannschaft im November desselben Jahres nach Berlin verlegt wurde. 1954 wurden im DDR-Fußball also zwei Mannschaften verschoben — eine nach Rostock hinein, eine aus Dresden heraus.

Der F.C. Hansa Rostock selbst wurde erst elf Jahre später gegründet: am 28. Dezember 1965 im Kultursaal der Deutschen Post, durch Ausgliederung der Fußballabteilung. Das erste Spiel unter neuem Namen folgte am 12. Februar 1966 gegen Rot-Weiß Erfurt.

Der letzte Meister der DDR

Dreimal wurde Rostock Vizemeister der DDR-Oberliga, fünfmal stand die Mannschaft im FDGB-Pokalendspiel. Der große Erfolg kam zum Schluss:

1990/91 gewann Hansa die letzte DDR-Meisterschaft und wurde zugleich letzter FDGB-Pokalsieger. Das Pokalfinale am 1. Juni 1991 in Berlin gegen den Eisenhüttenstädter FC Stahl endete 1:0.

Im Ligaarchiv ist Hansa damit der Verein, der eine ganze Fußballwelt abschließt — so wie Magdeburg sie mit dem einzigen Europapokalsieg eines DDR-Vereins krönte.

Barcelona und ein Negativrekord

1991/92 traf Hansa im Europapokal der Pokalsieger auf den FC Barcelona: 0:3 im Camp Nou, 1:0 im Rückspiel im Ostseestadion. Vier Jahre zuvor hatte die Mannschaft noch Zweitligaspiele in der DDR bestritten.

Weniger schmeichelhaft ist eine andere Marke: Zu Beginn der Saison 2004/05 verlor Rostock die ersten acht Heimspiele der Bundesliga und stellte damit einen seit 1965 bestehenden Negativrekord von Tasmania Berlin ein.

Die schwedische Verbindung

Zwischen 1998 und 2004 verpflichtete Hansa sieben schwedische und drei dänische Spieler. Die Folge: Zu Heimspielen kamen gelegentlich bis zu 2.000 schwedische Fans ins Ostseestadion.

2006/07 gelang der Wiederaufstieg — am letzten Spieltag vor 29.000 Zuschauern mit einem 3:1 gegen die SpVgg Unterhaching.

Ligahistorie

Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre der DDR-Oberliga werden nachgetragen.

1990/912026/27
2026/273. Liga3. Liga
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/273. Liga3. Liga—laufend
2025/263. Liga3. Liga5
2024/253. Liga3. Liga5
2023/242. Bundesliga2. Liga17
2022/232. Bundesliga2. Liga13
2021/222. Bundesliga2. Liga13
2020/213. Liga3. Liga2
2019/203. Liga3. Liga6
2018/193. Liga3. Liga6
2017/183. Liga3. Liga6
2016/173. Liga3. Liga15
2015/163. Liga3. Liga10
2014/153. Liga3. Liga17
2013/143. Liga3. Liga13
2012/133. Liga3. Liga12
2011/122. Bundesliga2. Liga18
2010/113. Liga3. Liga2
2009/102. Bundesliga2. Liga16
2008/092. Bundesliga2. Liga13
2007/08Bundesliga1. Liga17Abstieg
2006/072. Bundesliga2. Liga2Aufstieg
2005/062. Bundesliga2. Liga10
2004/05Bundesliga1. Liga17
2003/04Bundesliga1. Liga9
2002/03Bundesliga1. Liga13
2001/02Bundesliga1. Liga14
2000/01Bundesliga1. Liga12
1999/00Bundesliga1. Liga15
1998/99Bundesliga1. Liga14
1996/97Bundesliga1. Liga15
1995/96Bundesliga1. Liga6
1994/952. Bundesliga2. Liga1
1993/942. Bundesliga2. Liga8
1992/932. Bundesliga2. Liga11
1991/92Bundesliga1. Liga18
1990/91Bundesliga1. Liga1

Für 1 von 36 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Der mitgliederstärkste Verein des Landes

Mit 31.000 Mitgliedern ist Hansa der mitgliederstärkste Sportverein Mecklenburg-Vorpommerns. Der Beiname Kogge geht auf das Vereinswappen zurück.

Heimspielstätte ist das Ostseestadion.

Häufige Fragen zu Hansa Rostock

Wann wurde Hansa Rostock gegründet?

Am 28. Dezember 1965, durch Ausgliederung der Fußballabteilung des SC Empor Rostock von 1954.

Wer wurde letzter DDR-Meister?

Hansa Rostock, in der Saison 1990/91. Im selben Jahr gewann der Verein auch den letzten FDGB-Pokal.

Was war die Delegierung von 1954?

Die Oberligamannschaft von Empor Lauter wurde per Beschluss nach Rostock verlegt. Erst damit begann dort der Spitzenfußball.

Was geschah gegen Barcelona?

1991/92 verlor Hansa im Camp Nou mit 0:3 und gewann das Rückspiel im Ostseestadion mit 1:0.

Welchen Negativrekord stellte Rostock ein?

2004/05 verlor der Verein die ersten acht Heimspiele der Bundesliga — eine Marke, die seit 1965 Tasmania Berlin gehalten hatte.

Warum kamen schwedische Fans nach Rostock?

Zwischen 1998 und 2004 spielten sieben Schweden bei Hansa; zu Heimspielen kamen bis zu 2.000 schwedische Anhänger.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

31.000 — der mitgliederstärkste Sportverein Mecklenburg-Vorpommerns.

Weitere Vereine der 3. Liga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

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Duelle des Vereins

Quellen: Hansa Rostock bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Hansa Rostock, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · 60 Jahre Hansa, fch.de (abgerufen 2026-09-11) · FC Hansa Rostock, ddr-fussball.net (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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