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FC Rot-Weiß ErfurtGeschichte und die Titel von 1954 und 1955

4. Liga · Regionalliga Nordost Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Vom Kricket Club zum Gründungsmitglied des DFB

Die Erfurter Fußballgeschichte beginnt beim 1895 gegründeten Erfurter Kricket Club, der bereits 1896 in Sport-Club Erfurt 1895 umbenannt wurde. Der SC gehörte 1900 in Leipzig zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes, gewann zwischen 1903 und 1910 mehrfach die Gaumeisterschaft von Thüringen und 1909 die Mitteldeutsche Meisterschaft.

Turbine und die Namenskette der DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Erfurt die SG Erfurt-West, die 1949 zu Fortuna, 1950 zur BSG KWU und 1951 zur BSG Turbine wurde. Ende 1954 richtete die Sportvereinigung Turbine ihr Leistungszentrum in Erfurt ein, aus der Betriebssportgemeinschaft wurde der SC Turbine Erfurt. Am 26. Januar 1966 wurde die Fußballabteilung im Zuge der Neuordnung des DDR-Fußballs als FC Rot-Weiß Erfurt eigenständig; dabei schlossen sich die Fußballabteilungen des SC Turbine und der BSG Optima zusammen.

Zwei Titel in Folge

Dem Durchbruch gingen drei verlorene Endspiele voraus. Das dritte, am 20. Mai 1951 im Chemnitzer Ernst-Thälmann-Stadion vor 60.000 Zuschauern, endete mit einer 0:2-Niederlage gegen Chemie Leipzig. Unter Trainer Hans Carl gelang dann 1954 der erste Meistertitel, gefeiert nach einem 2:0 über Wismut Aue vor über 40.000 Zuschauern im damaligen Georgij-Dimitroff-Stadion. 1955 folgte der zweite. Turbine Erfurt war damit der erste Verein, der die DDR-Meisterschaft zweimal hintereinander gewann.

Nach den Titeljahren

Der höchste Zuschauerschnitt der Vereinsgeschichte fiel in die Saison 1953/54 mit durchschnittlich 22.714 Besuchern. In den sechziger und siebziger Jahren pendelte er sich bei etwa 11.000 ein, ab Mitte der achtziger Jahre gingen die Zahlen zurück. Nach der Wende folgten Jahre zwischen Zweit-, Dritt- und Viertklassigkeit. 2022/23 gewann der Verein die Oberliga Süd und kehrte in die Regionalliga Nordost zurück.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der DDR-Oberliga von 1949 an, teils unter den früheren Namen BSG und SC Turbine Erfurt, sowie die Jahrgänge der Regionalliga Nordost. Die Zeit zwischen 1991 und 2012 wird nachgetragen.

1950/512026/27
2026/274. LigaRegionalliga Nordost
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Nordost4. Liga—laufend
2025/26Regionalliga Nordost4. Liga5laufend
2024/25Regionalliga Nordost4. Liga3
2023/24Regionalliga Nordost4. Liga13
2022/23Regionalliga Nordost4. Liga3
2021/22Oberliga Nordost5. Liga1
2020/21Oberliga Nordost5. Liga3
2019/20Regionalliga Nordost4. Liga18
2018/19Regionalliga Nordost4. Liga5
2017/183. Liga3. Liga20
2016/173. Liga3. Liga14
2015/163. Liga3. Liga8
2014/153. Liga3. Liga12
2013/143. Liga3. Liga10
2012/133. Liga3. Liga13
2011/123. Liga3. Liga5
2010/113. Liga3. Liga5
2009/103. Liga3. Liga9
2008/093. Liga3. Liga10
2007/08Regionalliga Nord3. Liga7
2006/07Regionalliga Nord3. Liga11
2005/06Regionalliga Nord3. Liga14
2004/052. Bundesliga2. Liga18
2003/04Regionalliga Süd3. Liga2
2002/03Regionalliga Süd3. Liga9
2001/02Regionalliga Süd3. Liga5
2000/01Regionalliga Süd3. Liga15
1999/00Regionalliga Nordost3. Liga7
1998/99Regionalliga Nordost3. Liga10
1997/98Regionalliga Nordost3. Liga5
1996/97Regionalliga Nordost3. Liga3
1995/96Regionalliga Nordost3. Liga7
1994/95Regionalliga Nordost3. Liga5
1990/91DDR-Oberliga1. Liga3
1989/90DDR-Oberliga1. Liga11
1988/89DDR-Oberliga1. Liga12
1987/88DDR-Oberliga1. Liga12
1986/87DDR-Oberliga1. Liga7
1985/86DDR-Oberliga1. Liga10
1984/85DDR-Oberliga1. Liga6
1983/84DDR-Oberliga1. Liga7
1982/83DDR-Oberliga1. Liga5
1981/82DDR-Oberliga1. Liga7
1980/81DDR-Oberliga1. Liga7
1979/80DDR-Oberliga1. Liga12
1978/79DDR-Oberliga1. Liga7
1977/78DDR-Oberliga1. Liga9
1976/77DDR-Oberliga1. Liga6
1975/76DDR-Oberliga1. Liga7
1974/75DDR-Oberliga1. Liga9
1973/74DDR-Oberliga1. Liga12
1972/73DDR-Oberliga1. Liga12
1970/71DDR-Oberliga1. Liga13
1969/70DDR-Oberliga1. Liga9
1968/69DDR-Oberliga1. Liga8
1967/68DDR-Oberliga1. Liga9
1965/66DDR-Oberliga1. Liga13
1963/64DDR-Oberliga1. Liga14
1962/63DDR-Oberliga1. Liga8
1961/62DDR-Oberliga1. Liga10
1954/55DDR-Oberliga1. Liga1
1953/54DDR-Oberliga1. Liga1
1952/53DDR-Oberliga1. Liga7
1951/52DDR-Oberliga1. Liga8
1950/51DDR-Oberliga1. Liga2

Für 1 von 65 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
DDR-Meisterschaft2
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel3

Beide Meistertitel wurden als BSG Turbine Erfurt gewonnen. Weil die Vereinslinie über die Umbenennungen hinweg durchgehend ist, gehen sie vollständig in den Traditionsindex ein.

Steigerwaldstadion

Die Spielstätte am Steigerwald trug zu DDR-Zeiten den Namen Georgij-Dimitroff-Stadion und war Schauplatz der Meisterfeiern von 1954 und 1955, damals vor mehr als 40.000 Zuschauern. Nach dem Umbau ist die Kapazität deutlich kleiner; die Angaben liegen je nach Quelle bei rund 18.600 Plätzen. Das Ligaarchiv trägt den belegten Wert nach, sobald er aus der Angabe des Betreibers vorliegt.

Derbys und Rivalitäten

Das Thüringer Derby gegen den FC Carl Zeiss Jena ist die prägende Rivalität. Sie verschärfte sich in der DDR-Zeit, als Leistungsträger wie Rüdiger Schnuphase und Lutz Lindemann nach Jena delegiert wurden. In der Regionalliga Nordost kommen die Begegnungen mit den sächsischen Klubs hinzu.

Häufige Fragen zum FC Rot-Weiß Erfurt

Wann wurde der FC Rot-Weiß Erfurt gegründet?

Am 26. Januar 1966 als eigenständiger Fußballclub. Die Vereinslinie reicht über SC Turbine und BSG Turbine bis zum Erfurter Kricket Club von 1895 zurück.

War Erfurt DDR-Meister?

Ja, zweimal: 1954 und 1955, damals als BSG Turbine Erfurt. Es war der erste Verein, dem zwei Titel in Folge gelangen.

In welchem Stadion spielt Rot-Weiß Erfurt?

Im Steigerwaldstadion, das zu DDR-Zeiten Georgij-Dimitroff-Stadion hieß.

Wer ist der Rivale von Rot-Weiß Erfurt?

Der FC Carl Zeiss Jena im Thüringer Derby.

Wie viele Zuschauer kamen in der besten Zeit?

In der Saison 1953/54 im Schnitt 22.714, der höchste Wert der Vereinsgeschichte.

Wann kehrte Erfurt in die Regionalliga zurück?

Nach dem Gewinn der Oberliga Süd in der Saison 2022/23.

Welche Vereinsfarben hat Rot-Weiß Erfurt?

Rot und Weiß, wie der Vereinsname anzeigt.

Weitere Vereine der Regionalliga Nordost

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Nordost

Quellen: FC Rot-Weiß Erfurt bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FC Rot-Weiß Erfurt, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · Erfurter Fußballgeschichte im Überblick, rwe1966.de (abgerufen 2026-09-04) · FC Rot Weiss Erfurt, erfurt-web.de (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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