Erbaut auf dem Schutt der Stadt
Das Niedersachsenstadion wurde am 26. September 1954 nach knapp zwei Jahren Bauzeit eröffnet — direkt am Maschsee im Herzen Hannovers und zum Teil erbaut auf Schutt und Trümmern, die der Zweite Weltkrieg in Hannover hinterlassen hatte.
Damit ist die Reihe der Trümmerstadien im Ligaarchiv vollständig: Augsburg 1951 als frühester Neubau Deutschlands, Hannover 1952 bis 1954, Kassel und Hamburg 1953, Leipzig ab 1955. Fünf Anlagen in fünf Jahren, gebaut aus dem Material des Krieges.
Mit über 80.000 Plätzen war es eines der größten Stadien Deutschlands.
97.000 Zuschauer — bis heute Rekord
Beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England sahen 97.000 Menschen zu. Das ist bis heute Rekord für ein Heimspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft.
In den Jahren vor der Bundesliga war Hannover regelmäßig Austragungsort der Endspiele um die deutsche Meisterschaft: Borussia Dortmund, der FC Schalke 04 mit einem 3:0 gegen den Hamburger SV und der 1. FC Nürnberg wurden hier Meister.
Bemerkenswert ist die Umkehrung: Hannover 96 selbst gewann seine beiden Meisterschaften auswärts — 1938 in Berlin, 1954 in Hamburg —, während im eigenen Stadion andere Vereine den Titel holten.
Ein Mosaik, das zweimal umzog
An der Turnhalle des Stadions gestaltete der Maler Eduard Bargheer ein Großmosaik aus bunten Glassteinen. Es gilt als eines der deutschlandweit wichtigsten Kunstobjekte an Gebäuden und wurde für die Weltmeisterschaft 2006 aufwändig ab- und wieder aufgebaut.
Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem ein Kunstwerk den Umbau eines Stadions überdauerte. Andernorts verschwanden historische Reste: In Erfurt wurde 2015 das Marathontor abgerissen, in Nürnberg stürzte die Tribüne von 1928 während der Bauarbeiten ein.
Die Kapazitätsangaben
- über 80.000 bei der Eröffnung 1954
- 97.000 beim Länderspiel gegen England — über der offiziellen Kapazität, wie in Jena und Frankfurt
- rund 49.000 heute nach mehreren Modernisierungen
Der Rückgang von über 80.000 auf rund 49.000 folgt demselben Muster wie in Hamburg, Köln und Kassel: der Umwandlung von Steh- in Sitzplätze.
Der Name
Fünfzig Jahre lang hieß die Anlage Niedersachsenstadion. Seit dem Umbau für die Weltmeisterschaft 2006 trägt sie Sponsorennamen; zuletzt wechselte der Namensgeber zum 1. Juli 2022.
Häufige Fragen zum Niedersachsenstadion
Wie viele Zuschauer fasst das Niedersachsenstadion?
Rund 49.000. Bei der Eröffnung 1954 waren es über 80.000.
Wann wurde das Stadion eröffnet?
Am 26. September 1954, nach knapp zwei Jahren Bauzeit.
Woraus wurde es gebaut?
Zum Teil aus Schutt und Trümmern, die der Zweite Weltkrieg in Hannover hinterlassen hatte.
Was ist der Zuschauerrekord der Nationalmannschaft?
97.000 beim Länderspiel gegen England in Hannover — bis heute Rekord für ein Heimspiel der deutschen Nationalmannschaft.
Was hat es mit dem Mosaik auf sich?
Eduard Bargheer gestaltete an der Turnhalle ein Großmosaik aus bunten Glassteinen. Für die Weltmeisterschaft 2006 wurde es aufwändig ab- und wieder aufgebaut.
Welche Meisterschaften wurden hier entschieden?
Unter anderem die von Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg — in der Zeit, als die Meisterschaft noch im Endspiel fiel.
Welcher Verein spielt hier?
Hannover 96, seit 1954.
Quellen: Niedersachsenstadion bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · 70 Jahre Stadiongeschichte am Maschsee, hannover96.de (abgerufen 2026-09-11) · Historie, heinzvonheiden-arena.de (abgerufen 2026-09-11) · Die Heinz von Heiden Arena, hannover96.de (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.