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Eimsbütteler TVFünf Endrunden um die deutsche Meisterschaft

4. Liga · Regionalliga Nord Von Hannes Nagel · geprüft am 9. 10. 2026

Eimsbütteler TV: Ein Turnverein, der beim Fußball blieb

Der Eimsbütteler TV ist ein Mehrspartenverein aus dem Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Gegründet wurde er am 12. Juni 1889 von 60 Männern als Eimsbütteler Männerturnverein; mit 20.511 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2024) in 24 Abteilungen zählt er heute zu den großen Sportvereinen der Stadt. Fußball spielten ETV-Mitglieder bereits 1896, offiziell gegründet wurde die Abteilung am 12. Mai 1906.

Für einen Turnverein ungewöhnlich: In den 1920er Jahren widersetzte sich der ETV der sogenannten Reinlichen Scheidung von Turnen und Sport und blieb mit seiner Fußballmannschaft im Norddeutschen Fußball-Verband. Ohne diese Entscheidung wäre die erfolgreichste Phase der Abteilung in den 1930er Jahren kaum möglich gewesen.

Geschichte des Eimsbütteler TV

1906 bis 1933: Vom Exerzierplatz nach Hoheluft

Der Eimsbütteler TV bestritt sein erstes Punktspiel am 9. September 1906 beim SC Germania Hamburg und verlor 1:2. Gespielt wurde zunächst auf der Exerzierweide, danach an der Sternschanze und an der Schlankreye, ab 1911 am Lokstedter Steindamm. Dort entstand 1912 der Tribünensportplatz „Hoheluft“. Für die neue NFV-Verbandsliga 1913/14 qualifizierte sich der Verein als Dritter der Hamburg-Altonaer 1a-Klasse und wurde dort Vierter. 1915 gewann er erstmals die Meisterschaft der Hamburger 1a-Klasse, damals die höchste Liga der Stadt.

1934 bis 1942: Fünf Endrunden um die deutsche Meisterschaft

Der Eimsbütteler TV wurde von 1934 bis 1936 dreimal in Folge Meister der Gauliga Nordmark und vertrat Hamburg jeweils in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Über die Gruppenphase kam er nie hinaus, besiegte aber 1934 und 1935 jeweils zu Hause den FC Schalke 04, der beide Titel anschließend gewann.

1940 setzte sich der ETV in seiner Staffel durch und gewann die Entscheidungsspiele gegen den Hamburger SV mit 4:1 und 6:0. In der Endrunde scheiterte er erst am letzten Gruppenspieltag am späteren Vizemeister Dresdner SC. Mit dem letzten Bereichsmeistertitel folgte 1942 die fünfte Endrundenteilnahme, die in der ersten Runde gegen Werder Bremen endete.

1948 bis 1956: Acht Spielzeiten in der Oberliga Nord

Der Eimsbütteler TV fehlte 1947 bei der Gründung der Oberliga Nord, stieg aber 1948 als Meister der Verbandsliga Hamburg auf und blieb acht Spielzeiten in der damals höchsten Spielklasse. Bestes Ergebnis war Platz 4 in der Saison 1951/52, punktgleich mit dem Dritten FC St. Pauli. Das Publikum schwand in dieser Zeit deutlich: In den ersten beiden Oberligajahren kamen im Schnitt über 9.000 Zuschauer, danach knapp über 5.000, im Abstiegsjahr 1956 noch 3.700.

1956 bis 2021: Amateurfußball und der Bruch von 2011

Der Eimsbütteler TV gewann 1959 noch einmal die damals zweitklassige Amateurliga Hamburg, verpasste aber die Rückkehr in die Oberliga. 1966 stieg er aus der drittklassigen Landesliga ab, 1985 folgte der Fall in die Bezirksliga. Von 1999 bis 2003 spielte der Verein in der viertklassigen Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein und blieb dort zweimal nur, weil sich andere Vereine zurückzogen. Zu den ersten Oberligaspielen kamen im Schnitt 207 Zuschauer.

2011 gewann der ETV mit einem 1:0 gegen Vorwärts-Wacker Billstedt erstmals den Hamburger Landespokal. Über die Verteilung der DFB-Pokal-Garantieeinnahmen von rund 110.000 Euro kam es zum Streit zwischen Mannschaft und Vorstand; im Juni 2011 trat die Landesliga-Mannschaft samt Trainer aus dem Verein aus, wenige Tage später auch die zweite Mannschaft. Das Pokalspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth bestritt deshalb am 31. Juli 2011 die bisherige U19, Hamburger Meister des Jahres. Es fand im Stadion Hoheluft des benachbarten SC Victoria statt und endete 0:10.

Seit 2022: Zwischen Oberliga und Regionalliga

Der Eimsbütteler TV stieg 2022 in die Oberliga Hamburg auf und wurde auf Anhieb Dritter. Weil weder der TSV Sasel noch die TuS Dassendorf eine Regionalligalizenz beantragt hatten, nahm der ETV an der Aufstiegsrunde teil und erreichte nach einem 1:1 beim OSC Bremerhaven und einem 4:0 gegen den FC Kilia Kiel die Regionalliga Nord. Nach der Saison 2023/24 stieg er als Sechzehnter sofort wieder ab.

2025/26 wurde die Mannschaft Vizemeister der Oberliga Hamburg. Meister ETSV Hamburg hatte keine Lizenz für die Regionalliga beantragt, also rückte der ETV in die Aufstiegsrunde und setzte sich dort vor dem SV Todesfelde durch.

Ligahistorie

Für den Eimsbütteler TV sind die Spielzeiten ab 2022/23 mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum erfasst. Die Gauliga-Jahre, die acht Spielzeiten in der Oberliga Nord (1948 bis 1956) und die Oberligajahre 1999 bis 2003 werden nachgetragen.

2022/232025/26
2025/265. LigaOberliga Hamburg, Platz 2 · Aufstieg
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2025/26Oberliga Hamburg5. Liga2Aufstieg
2024/25Oberliga Hamburg5. Liga3
2023/24Regionalliga Nord4. Liga16Abstieg
2022/23Oberliga Hamburg5. Liga3Aufstieg

Stadion des Eimsbütteler TV

Der Eimsbütteler TV trägt seine Heimspiele in der Regionalliga Nord 2026/27 laut der Stadionübersicht der Saisontabelle im Sportpark Hinschenfelde in Hamburg aus, für den dort 4.500 Plätze angegeben sind. Die Wikipedia nennt dagegen das ETV-Sportzentrum Hoheluft mit 1.100 Plätzen als Spielstätte. Die Abweichung ist nicht aufgelöst; beide Angaben stehen hier nebeneinander, bis eine Vereinsquelle sie klärt.

Das Sportzentrum Hoheluft eröffnete der Verein am 21. Oktober 2021 nach knapp zweijähriger Bauzeit, es erstreckt sich auf rund 8.000 Quadratmeter. Hoheluft ist seit mehr als hundert Jahren der Bezugspunkt der Fußballer: Am Lokstedter Steindamm entstand 1912 der vereinseigene Tribünensportplatz, 2001 ließ der ETV dort eine Flutlichtanlage bauen, um Freitagabendspiele anbieten zu können.

Eimsbütteler TV und die Hamburger Konkurrenz

Der Eimsbütteler TV hat im Hamburger Fußball mehrere belegte Berührungspunkte; eine ausdrücklich als Rivalität beschriebene Paarung nennen die Quellen nicht. Den Hamburger SV schlug der ETV 1940 in zwei Entscheidungsspielen mit zusammen 10:1 Toren. Mit dem FC St. Pauli lag er 1951/52 in der Oberliga Nord punktgleich. Der SC Victoria ist direkter Nachbar: Dessen Stadion Hoheluft liegt nur wenige hundert Meter vom früheren ETV-Platz entfernt.

Nationalspieler aus Eimsbüttel

Aus den Reihen des Eimsbütteler TV kamen fünf Spieler der deutschen Nationalmannschaft: Hans Rohde mit 25 Länderspielen, Otto Rohwedder mit fünf, Hermann Neiße und Erwin Stührk mit je drei sowie Herbert Panse mit einem Einsatz.

Häufige Fragen zum Eimsbütteler TV

Wann wurde der Eimsbütteler TV gegründet?

Am 12. Juni 1889 als Eimsbütteler Männerturnverein. Die Fußballabteilung wurde offiziell am 12. Mai 1906 gegründet.

In welcher Liga spielt der Eimsbütteler TV?

In der Saison 2026/27 in der Regionalliga Nord (4. Liga). Den Aufstieg schaffte die Mannschaft 2026 als Vizemeister der Oberliga Hamburg über die Aufstiegsrunde.

Wo spielt der Eimsbütteler TV und wie viele Zuschauer passen hinein?

Laut Saisontabelle der Regionalliga Nord 2026/27 im Sportpark Hinschenfelde mit 4.500 Plätzen. Die Wikipedia nennt abweichend das ETV-Sportzentrum Hoheluft mit 1.100 Plätzen.

Was ist der größte Erfolg des Eimsbütteler TV?

Fünf Teilnahmen an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft (1934, 1935, 1936, 1940 und 1942) als Meister der Gauliga Nordmark. 1934 und 1935 schlug der ETV dabei jeweils den späteren Meister FC Schalke 04.

Wie viele Spielzeiten spielte der Eimsbütteler TV erstklassig?

Nach dem Zweiten Weltkrieg acht Spielzeiten in der Oberliga Nord, von 1948 bis 1956. In der Bundesliga spielte der Verein nie; vor 1945 gehörte er zudem der damals höchsten Gauliga Nordmark an.

Wann spielte der Eimsbütteler TV zuletzt in der Regionalliga?

In der Saison 2023/24, die er als Sechzehnter mit dem Abstieg beendete. Seit 2026/27 spielt er wieder in der Regionalliga Nord.

Gegen wen spielte der Eimsbütteler TV zuletzt im DFB-Pokal?

Am 31. Juli 2011 gegen die SpVgg Greuther Fürth, das Spiel endete 0:10. Angetreten war die bisherige U19, weil die erste Mannschaft den Verein nach einem Streit um die Pokaleinnahmen verlassen hatte.

Wer sind die bekanntesten Spieler des Eimsbütteler TV?

Fünf Nationalspieler stammen aus dem Verein, an der Spitze Hans Rohde mit 25 Länderspielen. Dazu kommen Otto Rohwedder, Hermann Neiße, Erwin Stührk und Herbert Panse.

Weitere Vereine der Regionalliga Nord

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Nord

Quellen: Eimsbütteler TV, Wikipedia (abgerufen 2026-10-02) · Eimsbütteler TV bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-10-02) · Fußball-Regionalliga Nord 2026/27, Wikipedia (Teilnehmer und Stadien) (abgerufen 2026-10-02) · SV Todesfelde, Wikipedia (Aufstiegsrunde 2026) (abgerufen 2026-10-02)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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