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FC Erzgebirge AueGeschichte, Meistertitel und Erzgebirgsstadion

4. Liga · Regionalliga Nordost Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Geschichte in Epochen

Aufstieg aus dem Bergbau

Der Verein wuchs mit dem Uranbergbau der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut. Mit dem Aufstieg in die DDR-Oberliga 1951 hieß er BSG Wismut Aue. Die Verbindung zum Bergbau prägt den Klub bis heute: Die Aufstellung heißt Schichtplan, und der Spielertunnel im Erzgebirgsstadion ist im Schacht-Look gestaltet.

Der Verein, der zwei Städte trug

1954 beschloss der Sportausschuss der DDR den Übergang von Betriebssportgemeinschaften zu Sportclubs. Die Fußballsektion der BSG Wismut Aue sollte dem am 6. November 1954 gegründeten SC Wismut Karl-Marx-Stadt eingegliedert werden und damit ins heutige Chemnitz umziehen. Nach Protesten der Mitgliederversammlung und der Auer Bevölkerung lenkte die Sportvereinigung ein: Die Mannschaft trug fortan den Namen der Großstadt, spielte aber weiterhin im Erzgebirgsstadion in Aue. 1963 kehrte der Verein auch dem Namen nach zurück und hieß wieder BSG Wismut Aue.

Drei Meisterschaften

Unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt erlebte der Klub seine erfolgreichste Zeit. 1955 gewann er den FDGB-Pokal, im Endspiel von Leipzig mit 3:2 nach Verlängerung gegen Empor Rostock, und dazu die Übergangsrunde, die wegen der Umstellung des Ligabetriebs auf das Kalenderjahr ausgespielt wurde. 1956, 1957 und 1959 folgten drei DDR-Meisterschaften. Alle drei brachten die Teilnahme am Europapokal der Landesmeister, wo der Verein an Ajax Amsterdam, den Young Boys Bern und Rapid Wien scheiterte.

Die Veilchen und die lange Zugehörigkeit

Die lila-weißen Farben, denen der Verein seinen Beinamen verdankt, gehen auf einen Vorschlag von Bringfried Müller zurück; erstmals liefen die Auer damit am Karfreitag 1966 auf. Erst 1989/90 stieg der Klub aus der DDR-Oberliga ab, der er 39 Jahre ununterbrochen angehört hatte, länger als jeder andere Verein. 1990 wurde aus der BSG der FC Wismut Aue, 1993 der FC Erzgebirge Aue.

Ligahistorie

Erfasst sind die Spielzeiten der DDR-Oberliga, teils unter den früheren Namen BSG Wismut Aue und SC Wismut Karl-Marx-Stadt, sowie die Jahrgänge der 2. Bundesliga, der 3. Liga und der Regionalliga Nordost.

1951/522026/27
2026/274. LigaRegionalliga Nordost
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/27Regionalliga Nordost4. Liga—laufend
2025/263. Liga3. Liga17
2024/253. Liga3. Liga13
2023/243. Liga3. Liga6
2022/233. Liga3. Liga14
2021/222. Bundesliga2. Liga17
2020/212. Bundesliga2. Liga12
2019/202. Bundesliga2. Liga7
2018/192. Bundesliga2. Liga14
2017/182. Bundesliga2. Liga16
2016/172. Bundesliga2. Liga14
2015/163. Liga3. Liga2
2014/152. Bundesliga2. Liga17
2013/142. Bundesliga2. Liga14
2012/132. Bundesliga2. Liga15
2011/122. Bundesliga2. Liga15
2010/112. Bundesliga2. Liga5
2009/103. Liga3. Liga2
2008/093. Liga3. Liga12
2007/082. Bundesliga2. Liga16
2006/072. Bundesliga2. Liga10
2005/062. Bundesliga2. Liga7
2004/052. Bundesliga2. Liga7
2003/042. Bundesliga2. Liga8
2002/03Regionalliga Nord3. Liga1
2001/02Regionalliga Nord3. Liga9
2000/01Regionalliga Nord3. Liga7
1999/00Regionalliga Nordost3. Liga3
1998/99Regionalliga Nordost3. Liga7
1997/98Regionalliga Nordost3. Liga7
1996/97Regionalliga Nordost3. Liga2
1995/96Regionalliga Nordost3. Liga5
1994/95Regionalliga Nordost3. Liga9
1989/90DDR-Oberliga1. Liga13
1988/89DDR-Oberliga1. Liga7
1987/88DDR-Oberliga1. Liga10
1986/87DDR-Oberliga1. Liga4
1985/86DDR-Oberliga1. Liga11
1984/85DDR-Oberliga1. Liga4
1983/84DDR-Oberliga1. Liga8
1982/83DDR-Oberliga1. Liga10
1981/82DDR-Oberliga1. Liga10
1980/81DDR-Oberliga1. Liga12
1979/80DDR-Oberliga1. Liga9
1978/79DDR-Oberliga1. Liga11
1977/78DDR-Oberliga1. Liga11
1976/77DDR-Oberliga1. Liga10
1975/76DDR-Oberliga1. Liga6
1974/75DDR-Oberliga1. Liga12
1973/74DDR-Oberliga1. Liga10
1972/73DDR-Oberliga1. Liga11
1971/72DDR-Oberliga1. Liga10
1970/71DDR-Oberliga1. Liga11
1969/70DDR-Oberliga1. Liga7
1968/69DDR-Oberliga1. Liga9
1967/68DDR-Oberliga1. Liga11
1966/67DDR-Oberliga1. Liga9
1965/66DDR-Oberliga1. Liga6
1964/65DDR-Oberliga1. Liga9
1963/64DDR-Oberliga1. Liga10
1962/63DDR-Oberliga1. Liga4
1954/55DDR-Oberliga1. Liga2
1953/54DDR-Oberliga1. Liga4
1952/53DDR-Oberliga1. Liga2
1951/52DDR-Oberliga1. Liga7

Für 1 von 65 Spielzeiten ist die Abschlussplatzierung noch nicht belegt. Sie wird nachgetragen, nicht geschätzt.

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Erfolge

WettbewerbAnzahl
DDR-Meisterschaft3
FDGB-Pokal1
Endspiel- und Finalteilnahmen ohne Titel1

Alle Titel wurden unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt gewonnen, die Heimspiele fanden dabei durchgehend in Aue statt. Weil die Vereinslinie über die Umbenennungen hinweg durchgehend ist, gehen sie vollständig in den Traditionsindex ein.

Erzgebirgsstadion

Das erste Städtische Stadion von 1928 wurde im März 1950 abgerissen. Am 20. August 1950 ging der Neubau in Betrieb, zunächst für 22.000 Zuschauer ausgelegt und nach dem damaligen Ministerpräsidenten Otto-Grotewohl-Stadion genannt. Seit dem 26. November 1991 heißt es Erzgebirgsstadion. Nach der Saison 2009/10 wurde die Anlage umfangreich saniert, unter anderem bekam die Gegentribüne ein Dach.

Derbys und Rivalitäten

Die sächsischen Begegnungen mit Dynamo Dresden, dem Chemnitzer FC und dem FSV Zwickau prägen den Spielplan. Die Beziehung zu Chemnitz hat dabei eine Besonderheit: Zwischen 1954 und 1963 trug der Auer Verein den Namen der Stadt, ohne je dort gespielt zu haben.

Häufige Fragen zum FC Erzgebirge Aue

Wie oft war Aue DDR-Meister?

Dreimal: 1956, 1957 und 1959, jeweils unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt. Dazu kommt der Sieg in der Übergangsrunde 1955, für den kein offizieller Titel vergeben wurde.

Warum hieß Aue Karl-Marx-Stadt?

Weil die Fußballsektion 1954 dem neu gegründeten SC Wismut Karl-Marx-Stadt zugeordnet wurde. Nach Protesten durfte die Mannschaft aber weiter in Aue spielen. 1963 kehrte auch der Name zurück.

Hat Aue den FDGB-Pokal gewonnen?

Ja, einmal: 1955 mit einem 3:2 nach Verlängerung gegen Empor Rostock im Endspiel von Leipzig.

Wie lange war Aue in der DDR-Oberliga?

39 Jahre ununterbrochen, von 1951 bis zum Abstieg 1989/90. Kein anderer Verein gehörte ihr länger an.

Warum heißen die Auer die Veilchen?

Wegen der lila-weißen Vereinsfarben, die auf einen Vorschlag von Bringfried Müller zurückgehen und erstmals am Karfreitag 1966 getragen wurden.

In welchem Stadion spielt Erzgebirge Aue?

Im Erzgebirgsstadion, das am 20. August 1950 eröffnet wurde und bis 1991 Otto-Grotewohl-Stadion hieß.

Seit wann heißt der Verein FC Erzgebirge Aue?

Seit 1993. Davor hieß er ab 1990 FC Wismut Aue und zuvor BSG Wismut Aue.

Weitere Vereine der Regionalliga Nordost

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite Regionalliga Nordost

Duelle des Vereins

Quellen: FC Erzgebirge Aue bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-04) · FC Erzgebirge Aue, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · BSG Wismut Aue, Wikipedia (abgerufen 2026-09-04) · 80 Jahre Wismut Aue, sportschau.de (abgerufen 2026-09-04)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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