Sieben Vorläufer in zwanzig Jahren
Der Hallesche FC wurde am 26. Januar 1966 durch Ausgliederung der Fußballsektion aus dem SC Chemie Halle gegründet — damit in Halle eines der elf Fußball-Leistungszentren der DDR entstehen konnte. Bis 1991 hieß er Hallescher FC Chemie.
Die Vorgeschichte umfasst sieben Vereine:
- 1946 SG Halle-Glaucha, Nachfolgerin eines Vorkriegsvereins
- 1948 Umbenennung in SG Freiimfelde Halle
- 1949 Anschluss der Leistungsfußballabteilung der ZSG Union Halle
- 1950 BSG Turbine Halle
- 1954 erzwungener Anschluss an den neu gegründeten SC Chemie Halle-Leuna
- 1958 Anschluss an den SC Chemie Halle
- 1966 Ausgliederung als Hallescher FC Chemie
Eine Meisterschaft, die zwei Vereinen gehört
Hier liegt ein Erbfall, den das Ligaarchiv ausdrücklich benennt. 1954 wurde die Oberligamannschaft von Turbine Halle per Beschluss an den neuen Sportclub angeschlossen; der Verein Turbine Halle selbst wurde in die Bezirksliga zurückgestuft — bleibt aber rechtlich Nachfolger des Meisters von 1949 und 1952.
Der Titel gehört also formal einem anderen Verein als dem, der ihn heute führt. Im Ligaarchiv ist das der klarste dokumentierte Fall dieser Art — vergleichbar mit dem Karlsruher SC, dessen Vorgänger 1909 Meister wurde, und mit Dynamo Dresden, dessen Mannschaft 1954 ebenfalls per Beschluss verlegt wurde.
1954 wurden im DDR-Fußball also drei Mannschaften verschoben: Dresden nach Berlin, Lauter nach Rostock und Turbine Halle in den neuen Sportclub.
Meister und Pokalsieger
1951/52 gewann Turbine Halle die DDR-Meisterschaft mit vier Punkten Vorsprung — bei einem Zuschauerschnitt von 22.170, nach knapp 10.000 in der Vorsaison.
Ein Jahr später brach die Mannschaft auseinander: Zahlreiche Spieler flohen infolge der politischen Unruhen um den Volksaufstand von 1953 in die Bundesrepublik. Im Ligaarchiv ist das der einzige verzeichnete Fall, in dem ein politisches Ereignis eine Mannschaft auflöste.
Zwei FDGB-Pokalsiege folgten: 1956 als Zweitligist mit einem 2:1 im Finale, 1962 mit einem 3:1 gegen den SC Dynamo Berlin. Der größte Erfolg des heutigen Vereins war der dritte Platz der DDR-Oberliga 1970/71.
Europapokal aus der zweiten Liga
Als Pokalsieger spielte Chemie Halle 1962 im Europapokal der Pokalsieger und schied gegen OFK Belgrad aus. 1971/72 folgte die Teilnahme am UEFA-Pokal, 1991 eine weitere.
In der DDR-Oberliga spielte der Verein von 1965 bis 1984 — mit einer Saison Unterbrechung — und erneut zwischen 1987 und 1991.
Ligahistorie
Erfasst sind die belegten Spielzeiten der 3. Liga mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre der DDR-Oberliga und der Regionalliga werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2025/26 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 4 | laufend |
| 2024/25 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 2 | |
| 2023/24 | 3. Liga | 3. Liga | 17 | |
| 2022/23 | 3. Liga | 3. Liga | 16 | |
| 2021/22 | 3. Liga | 3. Liga | 14 | |
| 2020/21 | 3. Liga | 3. Liga | 9 | |
| 2019/20 | 3. Liga | 3. Liga | 15 | |
| 2018/19 | 3. Liga | 3. Liga | 4 | |
| 2017/18 | 3. Liga | 3. Liga | 13 | |
| 2016/17 | 3. Liga | 3. Liga | 13 | |
| 2015/16 | 3. Liga | 3. Liga | 13 | |
| 2014/15 | 3. Liga | 3. Liga | 10 | |
| 2013/14 | 3. Liga | 3. Liga | 9 | |
| 2012/13 | 3. Liga | 3. Liga | 10 | |
| 2011/12 | Regionalliga Nord | 4. Liga | 1 | |
| 2010/11 | Regionalliga Nord | 4. Liga | 5 | |
| 2009/10 | Regionalliga Nord | 4. Liga | 4 | |
| 2008/09 | Regionalliga Nord | 4. Liga | 2 | |
| 1991/92 | 2. Bundesliga | 2. Liga | 11 |
Verein und Stadion
Der Hallesche FC hat rund 4.000 Mitglieder, die Farben sind Rot und Weiß. Achtmal gewann er den Landespokal Sachsen-Anhalts.
Heimspielstätte ist das Stadion an der Kantstraße.
Häufige Fragen zum Halleschen FC
Wann wurde der Hallesche FC gegründet?
Am 26. Januar 1966, durch Ausgliederung der Fußballsektion aus dem SC Chemie Halle.
Wem gehören die Meistertitel von 1949 und 1952?
Rechtlich dem Verein Turbine Halle, der 1954 in die Bezirksliga zurückgestuft wurde. Die Mannschaft wurde damals an den neuen Sportclub angeschlossen.
Was geschah 1953?
Nach den politischen Unruhen um den Volksaufstand flohen zahlreiche Spieler in die Bundesrepublik; die Mannschaft fiel auseinander.
Wie oft gewann Halle den FDGB-Pokal?
Zweimal, 1956 und 1962. Den Sieg von 1956 holte der Verein als Zweitligist.
Wie hoch war der Zuschauerschnitt in der Meistersaison?
22.170 in der Spielzeit 1951/52.
Wann spielte Halle im Europapokal?
1962 im Europapokal der Pokalsieger, 1971/72 und 1991 im UEFA-Pokal.
Wie viele Mitglieder hat der Verein?
Rund 4.000.
Weitere Vereine der Regionalliga Nordost
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Carl Zeiss Jena
- FC Erzgebirge Aue
- BFC Dynamo
- FSV Zwickau
- Chemnitzer FC
- FC Rot-Weiß Erfurt
- 1. FC Magdeburg II
- SV Babelsberg 03
- BFC Preussen
- Greifswalder FC
- Hertha BSC II
- FC Viktoria 1889 Berlin
- VSG Altglienicke
- FSV 63 Luckenwalde
- 1. FC Lokomotive Leipzig
- RSV Eintracht Stahnsdorf
- SV Tasmania Berlin
- BSG Chemie Leipzig
- FC Oberlausitz Neugersdorf
- RB Leipzig II
- Torgelower FC Greif
Zur Staffelseite Regionalliga Nordost
Quellen: Hallescher FC bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Hallescher FC, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Hallescher FC, FCC-Wiki (abgerufen 2026-09-11) · Hallescher FC, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.