Ligaarchiv

Ligen / 2. Bundesliga / Hamburg

FC St. PauliWie aus einem Sieg ein Vereinsattribut wurde

2. Liga · 2. Bundesliga Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Gegründet 1910 auf dem Kiez

Als offizielles Gründungsdatum gilt der 15. Mai 1910; die Fußballabteilung bestand da bereits seit drei Jahren und verfügte über vier Mannschaften. Der Verein entstand mitten im Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn, zwischen dem kaufmännischen Hamburg und dem damals dänisch geprägten Altona.

1919 gelang der erste Aufstieg in die höchste Spielklasse — und der sofortige Abstieg. Es folgten Jahrzehnte im Fahrstuhl, 1930 der nächste Aufstieg, 1931 die Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft.

Wiederaufbau mit Wurst

Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Stadion vollständig. Der Wiederaufbau verdankt sich einer Person, deren Methode überliefert ist: Karl Miller, dessen Eltern eine stadtbekannte Schlachterei unweit des Millerntors betrieben, lockte Spitzenspieler mit Wurst. Zahlreiche bekannte Fußballer der Zeit spielten daraufhin zumindest eine Saison für den FC St. Pauli.

1946 wurde das neue Stadion auf dem Heiligengeistfeld eingeweiht. Im Ligaarchiv ist das ein Gegenstück zu den Trümmerstadien jener Jahre: Dort baute man aus Schutt, hier warb man mit Lebensmitteln um Spieler.

Der Weltpokalsiegerbesieger

2001 schlug St. Pauli den amtierenden Weltpokalsieger FC Bayern München. Aus dem Sieg wurde binnen kurzem eine Marketingidee: Die erste Auflage der T-Shirts mit dem Titel Weltpokalsiegerbesieger umfasste 400 Stück.

Im Ligaarchiv ist das der einzige Fall, in dem ein einzelnes Spielergebnis zu einem dauerhaften Vereinsattribut wurde. Es beschreibt zugleich das Selbstverständnis eines Klubs, der sich unter dem Zeichen des Totenkopfs in der Rolle des Freibeuters sieht.

2005 erreichte der Verein das Viertelfinale des DFB-Pokals, 2006 nach einem Sieg über Werder Bremen das Halbfinale.

Zwischen den Ligen

2010 stieg St. Pauli nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga auf — und nach einer Saison wieder ab. 2024 folgte der Aufstieg mit einem zweiten Platz, gesichert im vorletzten Spiel gegen den VfL Osnabrück. Nach zwei Bundesligajahren spielt der Verein seit 2026/27 wieder zweitklassig.

Ligahistorie

Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Jahre vor 1963 werden nachgetragen.

1963/642026/27
2026/272. Liga2. Bundesliga, Platz 7
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2. Liga7laufend
2025/26Bundesliga1. Liga18Abstieg
2024/25Bundesliga1. Liga14
2023/242. Bundesliga2. Liga1Meister, Aufstieg
2022/232. Bundesliga2. Liga5
2021/222. Bundesliga2. Liga5
2020/212. Bundesliga2. Liga10
2019/202. Bundesliga2. Liga14
2018/192. Bundesliga2. Liga9
2017/182. Bundesliga2. Liga12
2016/172. Bundesliga2. Liga7
2015/162. Bundesliga2. Liga4
2014/152. Bundesliga2. Liga15
2013/142. Bundesliga2. Liga8
2012/132. Bundesliga2. Liga10
2011/122. Bundesliga2. Liga4
2010/11Bundesliga1. Liga18Abstieg
2009/102. Bundesliga2. Liga2Aufstieg
2008/092. Bundesliga2. Liga8
2007/082. Bundesliga2. Liga9
2006/07Regionalliga Nord3. Liga1
2005/06Regionalliga Nord3. Liga6
2004/05Regionalliga Nord3. Liga7
2003/04Regionalliga Nord3. Liga8
2002/032. Bundesliga2. Liga17
2001/02Bundesliga1. Liga18
2000/012. Bundesliga2. Liga3
1999/002. Bundesliga2. Liga13
1998/992. Bundesliga2. Liga9
1997/982. Bundesliga2. Liga4
1996/97Bundesliga1. Liga18
1995/96Bundesliga1. Liga15
1994/952. Bundesliga2. Liga2
1993/942. Bundesliga2. Liga4
1992/932. Bundesliga2. Liga17
1991/922. Bundesliga2. Liga4
1990/91Bundesliga1. Liga16
1989/90Bundesliga1. Liga13
1988/89Bundesliga1. Liga10
1987/882. Bundesliga2. Liga2
1986/872. Bundesliga2. Liga3
1984/852. Bundesliga2. Liga17
1978/792. Bundesliga2. Liga6
1977/78Bundesliga1. Liga18
1976/772. Bundesliga2. Liga1
1975/762. Bundesliga2. Liga14
1974/752. Bundesliga2. Liga3
1973/74Regionalliga Nord2. Liga2
1972/73Regionalliga Nord2. Liga1
1971/72Regionalliga Nord2. Liga1
1970/71Regionalliga Nord2. Liga2
1969/70Regionalliga Nord2. Liga4
1968/69Regionalliga Nord2. Liga3
1967/68Regionalliga Nord2. Liga4
1966/67Regionalliga Nord2. Liga5
1965/66Regionalliga Nord2. Liga1
1964/65Regionalliga Nord2. Liga2
1963/64Regionalliga Nord2. Liga1

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Fünfundzwanzig Abteilungen

Der FC St. Pauli ist ein Mehrspartenverein mit 25 Abteilungen — darunter Rugby, Blindenfußball, American Football, Radsport und Schach. Die Fußballabteilung ist die bekannteste, aber nicht die einzige mit überregionaler Bedeutung.

Am 6. Mai 2026 schloss der Verein als erster Bundesligaklub einen Tarifvertrag für seine Beschäftigten in Vermarktung und Merchandising ab.

Das Millerntor

Heimspielstätte ist das Millerntor-Stadion auf dem Heiligengeistfeld, unweit der Reeperbahn. Es fasst 29.546 Zuschauer und gehört dem Verein.

Das Stadtderby gegen den Hamburger SV prägt Hamburg — zwei Vereine, deren Selbstverständnis unterschiedlicher kaum sein könnte.

Häufige Fragen zum FC St. Pauli

Wann wurde der FC St. Pauli gegründet?

Am 15. Mai 1910. Die Fußballabteilung bestand bereits seit 1907.

Was bedeutet Weltpokalsiegerbesieger?

Der Titel entstand 2001 nach einem Sieg über den amtierenden Weltpokalsieger FC Bayern München. Die erste Auflage der T-Shirts umfasste 400 Stück.

Wer war Karl Miller?

Der Mann, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit Wurst aus der elterlichen Schlachterei Spitzenspieler zum FC St. Pauli lockte und damit den Wiederaufbau ermöglichte.

Wie viele Abteilungen hat der Verein?

25, darunter Rugby, Blindenfußball, American Football und Radsport.

Wann spielte St. Pauli zuletzt in der Bundesliga?

In den Spielzeiten 2024/25 und 2025/26. Seit 2026/27 spielt der Verein wieder in der 2. Bundesliga.

Wie viele Zuschauer fasst das Millerntor?

29.546 Plätze, davon 16.940 Stehplätze.

Welche Vereinsfarben hat St. Pauli?

Braun und Weiß.

Was war 2026 besonders?

Der Verein schloss als erster Bundesligaklub einen Tarifvertrag für Beschäftigte in Vermarktung und Merchandising ab.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Duelle des Vereins

Quellen: FC St. Pauli bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · FC St. Pauli, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Die Geschichte des FC St. Pauli, ROCK ANTENNE Hamburg (abgerufen 2026-09-11) · Stadion, fcstpauli.com (abgerufen 2026-09-11) · FC St. Pauli, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

Fehler gefunden? Korrektur an team@ligaarchiv.de melden

HN

Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

Vereinsbindung: Borussia Dortmund (Bundesliga) · berlinecho.de · Beiträge