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Karlsruher SCDer Meistertitel, der einem anderen Verein gehört

2. Liga · 2. Bundesliga Von Hannes Nagel · geprüft am 2. 10. 2026

Zwei Vereine mit Geldsorgen

Der Karlsruher SC entstand am 16. Oktober 1952 durch Fusion des Karlsruher FC Phönix mit dem VfB Mühlburg. Der Anlass war bei beiden derselbe: finanzielle Probleme. Mühlburg suchte zudem ein neues Stadion, Phönix hatte eines im Hardtwald.

Die Vorgeschichten reichen unterschiedlich weit zurück. Der FC Phönix wurde am 6. Juni 1894 gegründet, der VfB Mühlburg entstand erst am 28. Juli 1933 aus der Fusion des FC Mühlburg 1905 mit dem VfB Karlsruhe. Der volle Vereinsname lautet bis heute Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix.

Der Meistertitel von 1909 — und der von 1910

Hier ist eine Verwechslung im Umlauf, die das Ligaarchiv ausdrücklich auflöst.

Der KSC-Vorgänger FC Phönix wurde 1909 deutscher Meister. Ein Jahr später gewann der Karlsruher FV den Titel — ein anderer Karlsruher Verein und kein Vorgänger des KSC. Phönix war 1910 als Titelverteidiger für die Endrunde qualifiziert, schlug im Viertelfinale den VfB Leipzig und scheiterte im Halbfinale ausgerechnet am Stadtrivalen, der anschließend Meister wurde.

Nach der Erbfallregel des Ligaarchivs zählt der Titel von 1909 zur Tradition des KSC, der von 1910 nicht. Ähnlich gelagert ist der Fall 1. FC Nürnberg, wo neun Meisterschaften bestehen, für die Meistersterne aber nur eine zählt — dort entscheidet die Zählweise der DFL, hier die Vereinsherkunft.

Ein Rekord, den sonst niemand hat

Eine Besonderheit ist im deutschen Fußball einmalig: Der KSC und sein Vorgängerverein sind bislang der einzige Verein, der deutscher Meister sowie Meister der 2. und der 3. Liga wurde.

Die drei Titel verteilen sich über ein Jahrhundert: die Meisterschaft 1909 durch Phönix, die Meisterschaft der 2. Bundesliga Süd 1975 und die der 3. Liga in jüngerer Zeit.

Die erfolgreichste Zeit

Nach der Fusion ging es schnell aufwärts. 1955 gewann der KSC erstmals den DFB-Pokal, mit einem 3:2 gegen den FC Schalke 04 in Braunschweig. Die Saison 1955/56 war die beste der Vereinsgeschichte: süddeutscher Meister, deutscher Vizemeister und erneut Pokalsieger, diesmal mit einem 3:1 gegen den Hamburger SV.

1963 gehörte der KSC zu den sechzehn Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Das erste Spiel am 24. August 1963 ging im eigenen Stadion mit 1:4 gegen den Meidericher SV verloren.

Ein Detail aus der Frühzeit der Liga: 1964/65 wäre der Abstieg als Vorletzter besiegelt gewesen, wenn die Bundesliga nicht auf achtzehn Mannschaften aufgestockt worden wäre. Damit ist der KSC ein weiterer Fall jener Reihe im Ligaarchiv, in der nicht der Rasen über die Spielklasse entschied.

Das 7:0 gegen Valencia

Zwischen 1986 und 1998 hielt sich der Verein durchgehend in der Bundesliga. In diese Zeit fällt das Spiel, das über Karlsruhe hinaus erinnert wird: Am 2. November 1993 gewann der KSC das Rückspiel der zweiten UEFA-Pokal-Runde gegen den FC Valencia mit 7:0. Aus dieser Mannschaft entstand der Beiname Eurofighter.

Ligahistorie

Erfasst sind die belegten Spielzeiten mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberligajahre werden nachgetragen.

1963/642026/27
2026/272. Liga2. Bundesliga, Platz 13
Eine Säule je erfasster Spielzeit, je höher, desto höher die Liga. Lücken sind noch nicht belegte Jahre.
Ligazugehörigkeit Saison für Saison, erzeugt aus dem Datenbestand des Ligaarchivs.
SaisonLigaStufePlatzEreignis
2026/272. Bundesliga2. Liga13laufend
2025/262. Bundesliga2. Liga10
2024/252. Bundesliga2. Liga8
2023/242. Bundesliga2. Liga5
2022/232. Bundesliga2. Liga7
2021/222. Bundesliga2. Liga12
2020/212. Bundesliga2. Liga6
2019/202. Bundesliga2. Liga15
2018/193. Liga3. Liga2
2017/183. Liga3. Liga3
2016/172. Bundesliga2. Liga18
2015/162. Bundesliga2. Liga7
2014/152. Bundesliga2. Liga3
2013/142. Bundesliga2. Liga5
2012/133. Liga3. Liga1
2011/122. Bundesliga2. Liga16
2010/112. Bundesliga2. Liga15
2009/102. Bundesliga2. Liga10
2008/09Bundesliga1. Liga17Abstieg
2007/08Bundesliga1. Liga11
2006/072. Bundesliga2. Liga1Meister, Aufstieg
2005/062. Bundesliga2. Liga6
2004/052. Bundesliga2. Liga11
2003/042. Bundesliga2. Liga14
2002/032. Bundesliga2. Liga13
2001/022. Bundesliga2. Liga13
2000/01Regionalliga Süd3. Liga1
1999/002. Bundesliga2. Liga17
1998/992. Bundesliga2. Liga5
1997/98Bundesliga1. Liga16
1996/97Bundesliga1. Liga6
1995/96Bundesliga1. Liga7
1994/95Bundesliga1. Liga8
1993/94Bundesliga1. Liga6
1992/93Bundesliga1. Liga6
1991/92Bundesliga1. Liga8
1990/91Bundesliga1. Liga13
1989/90Bundesliga1. Liga10
1988/89Bundesliga1. Liga11
1987/88Bundesliga1. Liga15
1986/872. Bundesliga2. Liga2
1985/862. Bundesliga2. Liga7
1984/85Bundesliga1. Liga17
1983/842. Bundesliga2. Liga1
1982/83Bundesliga1. Liga17
1981/82Bundesliga1. Liga14
1980/81Bundesliga1. Liga10
1979/802. Bundesliga2. Liga2
1978/792. Bundesliga2. Liga5
1977/782. Bundesliga2. Liga7
1976/77Bundesliga1. Liga16
1975/76Bundesliga1. Liga15
1974/752. Bundesliga2. Liga1
1973/74Regionalliga Süd2. Liga8
1972/73Regionalliga Süd2. Liga2
1971/72Regionalliga Süd2. Liga5
1970/71Regionalliga Süd2. Liga2
1969/70Regionalliga Süd2. Liga2
1968/69Regionalliga Süd2. Liga1
1967/68Bundesliga1. Liga18
1966/67Bundesliga1. Liga13
1965/66Bundesliga1. Liga16
1964/65Bundesliga1. Liga15
1963/64Bundesliga1. Liga13

Saisondaten zusammengetragen aus: de.wikipedia.org. Enthält Angaben aus Wikipedia, verfügbar unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

Verein und Stadion

Mit 21.800 Mitgliedern ist der KSC der größte Sportverein Karlsruhes und Nordbadens. Heimspielstätte ist das Wildparkstadion im Hardtwald, das zwischen 2018 und 2023 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Häufige Fragen zum Karlsruher SC

Wann wurde der Karlsruher SC gegründet?

Am 16. Oktober 1952, durch Fusion des Karlsruher FC Phönix von 1894 mit dem VfB Mühlburg von 1933.

War der KSC deutscher Meister?

Sein Vorgängerverein FC Phönix wurde 1909 deutscher Meister. Der Titel von 1910 ging an den Karlsruher FV — einen anderen Verein, der kein Vorgänger des KSC ist.

Welchen Rekord hält der KSC?

Er ist mit seinem Vorgängerverein der einzige deutsche Verein, der deutscher Meister sowie Meister der 2. und der 3. Liga wurde.

Wie oft gewann der KSC den DFB-Pokal?

Zweimal, 1955 gegen den FC Schalke 04 und 1956 gegen den Hamburger SV.

Was war 1993 gegen Valencia?

Ein 7:0 im Rückspiel der zweiten UEFA-Pokal-Runde. Daraus entstand der Beiname Eurofighter.

Warum stieg der KSC 1965 nicht ab?

Als Vorletzter wäre der Abstieg besiegelt gewesen; die Bundesliga wurde jedoch auf achtzehn Mannschaften aufgestockt.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

21.800 — der größte Sportverein Karlsruhes und Nordbadens.

Wo spielt der KSC?

Im Wildparkstadion im Karlsruher Hardtwald, seit 1955.

Weitere Vereine der 2. Bundesliga

Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.

Zur Staffelseite 2. Bundesliga

Duelle des Vereins

Quellen: Karlsruher SC bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · Karlsruher SC, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · Chronik, ksc.de (abgerufen 2026-09-11) · Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix, Stadtlexikon Karlsruhe (abgerufen 2026-09-11) · Karlsruher SC, English Wikipedia (abgerufen 2026-09-11)

Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.

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Vereine und Staffeln

Hannes Nagel

Schreibt über die Vereine der Regional- und Oberligen und betreut die Staffelseiten. Fan von Borussia Dortmund, was ihn beim Blick auf die vierte Ebene nicht neutral macht. Seiten, die den eigenen Verein berühren, liest vor der Veröffentlichung jemand anderes gegen.

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