Der Verein, der seinen Namen behielt
Die VSG Altglienicke ist im Ligaarchiv ein Sonderfall des Ostberliner Fußballs: Sie gehört zu den wenigen Vereinen, die über die DDR-Zeit hinweg ihren traditionellen Vereinsnamen bewahrten und nicht als Betriebssportgemeinschaft unter dem Dach eines Trägerbetriebs verschwanden.
Fast alle anderen Ostvereine im Bestand tragen diese Spur: Aue die Wismut, Meuselwitz das Braunkohlewerk, Halberstadt die Reichsbahn, Cottbus die Energiewirtschaft. Altglienicke nicht.
Eine Sportgeschichte seit 1883
Der Altglienicker Sport begann am 25. Juli 1883 mit der Gründung eines bürgerlichen Turnvereins. 1906 entstanden erste Arbeitersportvereine, 1909 ein reiner Fußballverein unter dem Dach des DFB. Die Arbeitersportvereine vereinigten sich 1913/14 zu einer Turn- und Sportvereinigung, die 1933 aufgelöst wurde.
Damit steht Altglienicke neben Greuther Fürth als zweiter Verein im Bestand, dessen Geschichte den Arbeitersport berührt — dort über den Titel des Arbeiter-Turn- und Sportbunds, hier über die Auflösung 1933.
Von der Kreisliga B in die Regionalliga
Nach der Wende spielte der Verein in Kreis- und Bezirksliga. Dann folgte ein Aufstieg, der im Ligaarchiv kein Gegenstück hat: Zwischen 2004 und 2017 stieg die VSG von der Kreisliga B bis in die Regionalliga Nordost auf — sechs Spielklassen in dreizehn Jahren.
Zwischenstationen waren die Landesliga 2009 und die Oberliga 2012. Bemerkenswert dabei: Zwei Jahre nach einem freiwilligen Rückzug aus der Oberliga erklärte der Verein 2016, sein Aufstiegsrecht wahrzunehmen. 2020 kam der Berliner Pokalsieg dazu, der die Teilnahme am DFB-Pokal brachte.
Ligahistorie
Erfasst sind die Spielzeiten der Regionalliga Nordost mit Abschlussplatzierung, Quelle und Abrufdatum. Die Oberliga- und Landesligajahre werden nachgetragen.
| Saison | Liga | Stufe | Platz | Ereignis |
|---|---|---|---|---|
| 2026/27 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | — | laufend |
| 2025/26 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 6 | laufend |
| 2024/25 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 9 | |
| 2023/24 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 6 | |
| 2022/23 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 5 | |
| 2021/22 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 4 | |
| 2020/21 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 2 | |
| 2019/20 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 1 | |
| 2018/19 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 14 | |
| 2017/18 | Regionalliga Nordost | 4. Liga | 15 | |
| 2016/17 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 1 | |
| 2013/14 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 7 | |
| 2012/13 | Oberliga Nordost | 5. Liga | 9 |
Ein Verein ohne eigenes Stadion
Der traditionelle Platz in Altglienicke genügt den Anforderungen der Regionalliga nicht. Der Verein spielt deshalb dauerhaft anderswo — je nach Saison im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, im Hans-Zoschke-Stadion oder, in der Saison 2025/26, im Friedrich-Friesen-Stadion im brandenburgischen Fürstenwalde.
Im Ligaarchiv ist das die vierte Variante des Musters, bei dem die Spielstätte den Ligavorgaben nicht genügt: In Verl änderte sich die Regel, in Mannheim wich man sechs Jahre aus, in Havelse ist der Umzug Dauerzustand — und hier wechselt sogar der Ausweichort von Saison zu Saison, zuletzt über die Landesgrenze nach Brandenburg.
Neben dem Fußball bestehen Abteilungen für Gymnastik, Volleyball, Handball, Tanzen, Badminton und Alterssport.
Häufige Fragen zur VSG Altglienicke
Warum behielt der Verein seinen Namen in der DDR?
Er gehört zu den wenigen Ostberliner Vereinen, die nicht als Betriebssportgemeinschaft unter das Dach eines Trägerbetriebs kamen.
Wie weit reicht die Vereinsgeschichte zurück?
Bis zum 25. Juli 1883, als in Altglienicke ein bürgerlicher Turnverein gegründet wurde.
Wie schnell stieg Altglienicke auf?
Von der Kreisliga B 2004 bis in die Regionalliga 2017 — sechs Spielklassen in dreizehn Jahren.
Wo spielt der Verein seine Heimspiele?
Wechselnd an verschiedenen Berliner Spielstätten; 2025/26 im Friedrich-Friesen-Stadion in Fürstenwalde, Brandenburg.
Warum spielt der Verein nicht in Altglienicke?
Der traditionelle Platz genügt den Anforderungen der Regionalliga nicht.
Was geschah 1933?
Die aus den Arbeitersportvereinen hervorgegangene Turn- und Sportvereinigung wurde aufgelöst.
Welche Abteilungen hat der Verein?
Neben dem Fußball Gymnastik, Volleyball, Handball, Tanzen, Badminton und Alterssport.
Weitere Vereine der Regionalliga Nordost
Alle Vereine dieser Staffel mit eigener Seite im Ligaarchiv, geordnet nach dem Traditionsindex.
- FC Carl Zeiss Jena
- FC Erzgebirge Aue
- BFC Dynamo
- FSV Zwickau
- Chemnitzer FC
- FC Rot-Weiß Erfurt
- 1. FC Magdeburg II
- SV Babelsberg 03
- Hallescher FC
- BFC Preussen
- Greifswalder FC
- Hertha BSC II
- FC Viktoria 1889 Berlin
- FSV 63 Luckenwalde
- 1. FC Lokomotive Leipzig
- RSV Eintracht Stahnsdorf
- SV Tasmania Berlin
- BSG Chemie Leipzig
- FC Oberlausitz Neugersdorf
- RB Leipzig II
- Torgelower FC Greif
Zur Staffelseite Regionalliga Nordost
Quellen: VSG Altglienicke bei Wikidata (CC0) (abgerufen 2026-09-11) · VSG Altglienicke, Wikipedia (abgerufen 2026-09-11) · VSG Altglienicke, FCC-Wiki (abgerufen 2026-09-11) · Stadion Altglienicke, vsg-altglienicke.de (abgerufen 2026-09-11)
Zuletzt geprüft: durch die Ligaarchiv-Redaktion.